ein neues kellion

fragen (9-12)

Mai 16, 2008 · 1 Comment

(9) Wenn du alles, was du haben und erreichen wolltest, jetzt tatsächlich hast: Wie fühlst du dich?

(10) Wenn du alles, was du haben und erreichen wolltest, jetzt tatsächlich hast: Was möchtest du tun oder unternehmen?

(11) Und warum machst du das nicht, ohne vorher “alles erreicht” zu haben?

(12) Und das Gefühl, das du dir vorstellst zu haben, wenn du alles erreicht hast und dort angekommen bist, wo du wünscht, anzukommen: Ist es evtl. auch auf anderen Wegen zu erreichen? (Ausser durch die Strategie deines Grossprojektes.)

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there is a crack in everything

Mai 12, 2008 · 1 Comment

Ring all the bells that still can ring
Forget your perfect offering
There is a crack, a crack in everything
That’s how the light gets in.

(Leonard Cohen, Anthem)

Ach! Warum hat man damals in der Tanzschule den langsamen Walzer (statt mit dem bekannten Simply-Red-Evergreen) nicht mit Leonard Cohens Anthem geübt? Dann wären mir schon als pubertierender Teenager vielleicht diese obigen Zeilen ins Bewusstsein gesickert, die mit meinen Erfahrungen der kontemplativen Exerzitien resonieren. Ich selber würde - neben anderen Einsichten - formulieren (und das ist mir gerade wenigstens sprachfähig greifbar):

Der Mensch ist nie von Gott getrennt. Nie.

Es würde mir sprachlich im Moment schwer fallen, Gott als Nicht-Ich oder Nicht-Welt etc. zu behandeln. Wenn man es täte, hätte man einen Kreis um ihn gezogen und ihn isoliert. Das ist doch unlogisch, oder? Andererseits scheint die Erfahrung eher anders zu sein: Man meint, man sei fern von Gott weil man z.B. Mangelerfahrungen als Symptome für Gottferne interpretiert. Aber so ist es nicht. Der Mensch ist nie von Gott getrennt. Mensch und Gott passen einfach so gut zueinander wie … ähm Mist, wie der Deckel zum Topf? Oder was soll ich sagen? Also, sie passen einfach so gut zueinander, dass es unmöglich ist, dass da etwas schief gehen kann. Punkt. Schluss erstmal mit dem Gestammel.

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einzelnes sehen, das ganze sehen

Mai 12, 2008 · 2 Comments

Als ich gestern wegen eines frühen Aufbruchs noch Zeit hatte, um in Würzburg herum zu gehen, fand ich den Würzburger Dom von einem Seiteneingang betretend immer noch weihraucherfüllt von der Pfingstmesse. Zum Chor blickend, nahm die hostienförmige Goldplatte des Hochaltars meinen Blick gefangen. Beruhigend und zentrierend klar. Zur nördlichen Seitenkapelle wandernd, bot sich auch der Tabernakel hervorgehoben dar als blau glänzender Würfel, eingebettet in einer hoch aufschiessenden Flamme aus Stein. Und von dort für mich erst sichtbar durch einen Blick nach oben an die Decke
ein Triumphkreuz, wiederum golden. Viele einzelne Dinge nahm ich aufmerksam blickend wahr. Erst am Osttor stehend wurde mir klar, dass beim Eintreten in den Dom vom Haupteingang aus, dieses alles in einem Blick zu erfassen ist.

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rosenkranz oder gebetsschnur als werkzeug der sammlung

Mai 1, 2008 · No Comments

Bevor ich losfahre hinterlasse ich noch etwas zum Hören:

Auf einen Vorschlag hin habe ich eine erste Annäherung an den Rosenkranz oder anderen Gebetsschnüren aufgenommen. Als Hilfsmittel und Werkzeug, an einer Sache zu bleiben und ein (Gebets-) Wort auszukosten, gibt es auch eine Verbindungslinie zur Idee der Ruminatio, die ich in meiner Einführung zur Lectio divina so hervorgehoben habe. Kommentare zum aktuellen Podcast am besten an dieser Stelle.

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sich nicht vergleichen (2)

April 30, 2008 · 9 Comments

Wer wird hier in dieser Figur dargestellt? - Vielleicht hilft das folgende Photo weiter?

Die Auflösung gibt es nach Pfingsten, wenn ich von meinen kontemplativen Exerzitien wieder da bin.

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sich nicht mit anderen vergleichen

April 29, 2008 · 5 Comments

blog readability test

(1)

Wir wissen das ja: Sich mit anderen vergleichen, führt in den meisten Fällen dazu, dass man unglücklich wird. Deshalb sollte es ausreichen, seine eigene URL einzugeben, um herauszufinden, was für ein Bildungsstand für seinen Blog benötigt wird. (Dank an Christian bei kulturblog.net)

“Sich nicht mit anderen vergleichen” hört sich, finde ich, fast an wie eine Zeile aus dem Ermahnungs-Katalog aus dem vierten Kapitel der Benediktsregel. Es sollte unbedingt ergänzt werden in dieser Aufzählung der “Werkzeuge der geistlichen Kunst”. Wer bin ich - einfach für mich selbst?

(2)

Ansonsten sei hier noch darauf hingewiesen, dass ich eine Kostprobe aus einer Psalmenübertragung von Leopold Marx (in der Nachfolge Martin Bubers) an folgender Stelle gebe: kellion.podspot.de > leopold marx, die lobgesänge

(3)

Ausserdem: Meine Einführung in die Lectio divina findet man auch an diesem Ort: emergent-deutschland.de > hören #16 Ergänzen möchte ich dazu noch, dass jemand mich darauf hinwies, dass das im podcast genannte Buch von Edgar Friedmann “Die Bibel beten” vergriffen ist. Leider kenne ich kein anderes Buch zu diesem Thema und finde bei amazon.de auch nichts Gescheites dazu. Vielleicht blättert man aber mal hier in dem Buch “Lectio divina. Das Herz Gottes im Wort Gottes entdecken” von Garcia M. Colombas OSB.

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wir brauchen träume, die nicht geldmässig verwertbar sind

April 23, 2008 · 2 Comments

“There are lot of groups and interests, that are selling dreams. That’s why they are mechants of dreams. But they are selling short dreams, small dreams. And I think that what we have to recover today is the ability to dream greater things. And we need dreams that cannot be sold. Dreams that can say ‘Maybe there is something for me to contribute, there is something for me to do.’”

Von der Herausforderung neu träumen zu lernen, spricht P. Adolfo Nicolás SJ, der neue Generalobere der Jesuiten in dem Video-Ausschnitt oben. (Dank an Andrea für den Link.)

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advent eines neuen gottes

April 23, 2008 · No Comments

Advent eines neuen Gottes. Er kam nicht über das Meer als Stammesgott der Erober. Auch kam er nicht vom Osten, umwölkt von Weihrauchstäbchenduft. Diesmal zeigte auch kein Stern irgendwelchen Astrologen seinen Aufenthaltsort an. Nein, vielmehr stiess er spielend leicht mit einem Finger die Tür meiner Küche von innen auf und ich stolperte hinein - zu ihm. Von draussen höre ich noch den parkplatzbeschaffenden und um Massenbekehrung angeflehten anderen Gott seine gereizten Nörgeleien murmeln, die betont trocken waren wie aneinanderreibendes Dünndruckpapier, das doch beim Anblick eines einzigen brennenden Streichholzes gleich in Panik gerät. (Lange schon wurde er nicht mehr beachtet.) Aber auch die anderen Gott-Götzen begannen, über den Neuen zu lästern: “Was wird der schon können? Was wird er dir schon bringen? Wie lange wirst du schon mit ihm aushalten?”

Doch ist schon einmal von diesem neuen Gott gesagt worden: “Mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt.” Und das ist sein Advent: Dass ich ihn nicht einschätzen kann. Dass ich seine Sprache nicht spreche. Dass es so ist, als könnte nie jemand eine Beziehung zu ihm aufbauen. Und gleichzeitig kommt er einem so vertraut vor, dass man ihn sogar etwas langweilig und gewöhnlich finden kann.

Als ich mich bei ihm fand, wollte ich ihn ansprechen, aber ich wusste seinen Namen nicht. Ich dachte, ich sollte ihn wissen - so wie wenn man im Traum oftmals meint, dass irgend etwas so sein müsse. Und ich dachte nach: Ich muss ihn doch irgendwie kennen. Aber ich kam nicht drauf.

“Wie lange bleibst du?” - “So lange du mich lässt.”

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nomaden-kirche

April 20, 2008 · 1 Comment

Zur Verbindungslinie von Landeskirche und Emergent Conversation, zu der Simon de Vries schon Thesen aufgestellt hat und zu einer Initiative einlädt, weise ich auf einen Aufsatz von Jörn Halbe, ehemaliger Leiter des Pastoralkollegs (der Nordelbischen Kirche), Ratzeburg, hin. In dem Aufsatz mit dem schönen Titel “Die dünne Haut der Zelte” beschreibt er, wie die (nordelbische) Kirche, die vom Modell der Ortsgemeinde ausgeht (wie es sich auch in ihrer Verfassung niederschlägt), sich herausgefordert sehen muss durch die neue Flexibilität der Menschen. Er schreibt u.a.:

“Wir werden auf diese Bestimmung des hier mit ‘Transit-Raum’ Gemeinten zurückkommen müssen: Als ‘transitorischer Ort’ ist Gemeinde was anderes. – Aber es fehlt noch entscheidend die Konsequenz, zu der Sloterdijk führt:

Moderne Gesellschaften nämlich tendieren zugleich zu beiden Extremen: in ständig sich steigernder Mobilität zu dem des ‚Selbst ohne Ort’, in der sich laufend vermehrenden Zahl von Transit-Räumen zu dem des ‘Orts ohne Selbst’ – ‘mit einem schrumpfenden Mittel-grund aus gewachsenen Regionalkulturen und ortstreuen Zufriedenheiten.’”

Schon als ich zu bloggen begann (an anderer Stelle), hat mich dieser Aufsatz geprägt und mich damals zu dem Blog-Untertitel “Unterwegs mit der Kirche in Zelten, Ressourcen für Liturgie und Spiritualität in einer postkonfessionellen Kultur” inspiriert. Eigentlich ist es die Initiative von Simon, die mich veranlasst, jetzt diesen Aufsatz einmal bereit zu stellen. Wo ich selber aber bin, ist wohl eine andere Geschichte. Immer noch bin ich bloss der Beisasse, dessen nomadische Existenz mir kaum Heimat im äusseren beschert.

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was du schon bist

April 18, 2008 · No Comments

Werde,
was du schon bist.
Suche ihn,
der bereits dein ist.
Höre auf ihn,
der nimmer aufhört, zu dir zu sprechen.
Gehöre ihm,
der dich bereits sein Eigen nennt.

Gregor Sinaites (gest. 1346)

Ist es angebracht, das noch zu kommentieren? Vielleicht hier nur der Hinweis, dass in diesen Zeilen Aktivität und Passivität zusammengebracht werden, wodurch sich eine Verbindungslinie zu einem früheren Eintrag von mir ergibt: “Geschehen lassen oder nicht aufgeben?” Und wenn es um Suchwege geht, könnte man mit diesen Zeilen lernen zu sagen: “Komm dort an, wo du schon bist.”

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