ein neues kellion

emerging studientag > der grosse blick

November 29, 2007 · 3 Kommentare

Man müsse sich einmal klar machen, dass ein Paradigmenwechsel sich über Generationen hin vollziehen kann, so Brian McLaren, dessen Ausführungen mich besonders angesprochen haben. Und gegenwärtig würden wir sogar in verschiedenen Epochen gleichzeitig leben: in modernen, postmodernen und “emerging” Kulturfragmenten. Mindestens in diesen drei und eigentlich in noch mehr als diesen.

Es müsse sowohl “neue” Kirchentypen geben, die sich der Innovation verschreiben, selbst mit der Gefahr des Scheiterns, als auch “alte” Kirchentypen, die ihre Schätze bewahren und die Innovationen der neuen Kirchentypen gegebenenfalls aufgreifen können. Hier gibt es also auch unterschiedliche “Epochen” gleichzeitig, die mit verschiedenen Geschwindigkeiten ihren Wechsel zum neuen Paradigma vollziehen dürfen – und das mit ihren spezifischen Aufgaben. Die Zukunft der Kirche, dem Volk Gottes auf dem Weg, liegt nicht in einem (neuen) Kirchentypus allein, sondern in dem freundschaftlichen gegenseitigen Austausch von Innovationen (”neu”) und Schätzen (”alt”).

[Bitte beachten, dass ich das aus dem Kopf referiere und stark zusammen fasse. Ausserdem nimmt mein eigenes Vokabular irgendwie überhand.]

Warum ist mir dieser Gedankengang wichtig? Weil es bedeutet, dass wir uns nun nicht alle einen Emerging Church-Stil verpassen müssen. Mitunter wird es sowieso Leute geben, die vielleicht überhaupt das Problem gar nicht verstehen. Aber das macht dann auch nichts. Es bedeutet weiterhin, dass es keine Schande ist, zu einem “alten” Kirchentyp zu gehören. Und der “grosse Blick” besteht eben darin, dass wir damit rechnen könnten, dass wir vielleicht gar nicht mehr miterleben werden, wie das neue Paradigma zu seiner Fülle reift.

Nachtrag 1: Bei emergent-deutschland.de gibt es bereits einen Podcast mit dem (Marburger) Einführungsvortrag von Brian McLaren zum gegenwärtigen Paradigmenwechsel.

Nachtrag 2: Hufi (der auf dem Studientag in Marburg war) drückt das auch noch mal in seinen Worten aus: “Meine größte Erkenntnis war gestern, dass emerging conversation viel treffender als “Emerging Church” ist (und was deutsches wäre noch besser). Emerging Church klingt für viele nach einem neuen Kirchen-Modell, nach dem neuen Willow Creek oder nach einer neuen Konfession.”

Kategorien: kirche
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3 Antworten bis hierher ↓

  • Emergent Marburg, Hamburg & Erlangen at einAugenblick.de // November 30, 2007 um 8:55 | Antworten

    [...] Yotin Tiewtrakul: • emerging church studientag (hamburg) > persönliches • emerging church studientag > eine catholische fussnote • emerging studientag > der grosse blick [...]

  • dermob // Dezember 1, 2007 um 11:21 | Antworten

    “Mitunter wird es sowieso Leute geben, die vielleicht überhaupt das Problem gar nicht verstehen. Aber das macht dann auch nichts. Es bedeutet weiterhin, dass es keine Schande ist, zu einem “alten” Kirchentyp zu gehören.”

    –> find ich richtig gut! Die Vielfalt des Einen Leibes! Raus aus dem “es gibt nur Eine Art den Einen Weg zu gehen”. Es gibt viele Arten den Einen Weg zu gehen!

  • beisasse // Dezember 3, 2007 um 2:20 | Antworten

    du findest immer die griffigen formulierungen. weiter so, lieber mob. und nett, dass du dich hier hast sehen lassen.

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