ein neues kellion

ich bin fragmentiert

Januar 9, 2008 · 7 Kommentare

Das hätte Spass gemacht, weitere Einträge zu schreiben mit so einer Überschrift:

ich bin asket

Und beim folgenden Eintrag:

ich bin hedonist

Aber vielleicht wäre das auch langweilig geworden. Jetzt gibt es also nur Überschriften ohne dazugehörige Blogeinträge.

Und im übrigen finde ich die Formulierung „Ich bin …“ auch nicht ganz so zutreffend. Oder jedenfalls nicht hilfreich oder nützlich. Sie fördert nur den Eindruck, dass man sich mit bestimmten unveränderlichen Gegebenheiten identifizieren können sollte. Wir hätten viel weniger Erklärungsnot in unseren Bemühungen, uns selbst und andere zu verstehen, wenn wir davon ausgingen, dass wir stetiger Veränderung unterworfen sind. Das hält uns wacher für die neuen Momente und Situationen.

Wenn man mal wieder auf die Idee kommen sollte, zu sagen: „Ich bin halt … (unorganisiert, perfektionistisch, etwas langsam, schüchtern etc.)“ – versuche man hinzuzufügen: „Das bin ich jetzt gerade. Vielleicht ist das gleich auch schon wieder anders.“

Kategorien: buddhismus · üben
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7 Antworten bis hierher ↓

  • Tino // Januar 9, 2008 um 7:41 | Antworten

    ich bin ein mensch ;-)

  • beisasse // Januar 10, 2008 um 1:59 | Antworten

    jaa, jetzt gerade noch. – aber wer weiss, was in zwei minuten ist?! :-)

    nachtrag: im ernst: irgendwann wird auch das sich verändern. allerdings muss man hier ein wenig mehr zeit einrechnen, bis man unter der erde liegt oder nur noch staub und asche ist.

  • zentao // Januar 10, 2008 um 7:24 | Antworten

    relativ gesehen, bin ich jetzt in diesem Moment existent, das heisst, ich fühle;“ Ich bin“ Wirklich gesehen, bin ich eine Illusion, den schon im nächsten Moment bin ich nicht mehr so wie ich war, und irgend wann in weiter Zukunft ist das was ich heute „Ich „nenne, Vergangenheit und existiert eventuell in der Erinerrung von mit Menschen.
    Gruss zentao

  • beisasse // Januar 10, 2008 um 9:16 | Antworten

    schön, dich hier zu sehen, zentao. – bloss: woher kommt diese hartnäckige „illusion des ego“?

  • wessnet // Januar 11, 2008 um 1:26 | Antworten

    na. yotin, du wirst doch dein menschsein nicht auf das bisserl „larve“ reduzieren, welches dich zu irdischen zeiten trefflich kleidet?

    mmh, oder ist die dann verbleibende teilmenge gar nicht mehr „mensch“? ihr bringt mich auf ideen…

  • zentao // Januar 17, 2008 um 7:37 | Antworten

    Das Ego, ist unsere Identität ,die wir von Geburt weg aufbauen. Es ist genau genommen, unser Überlebenstrieb ohne den wir nicht existieren können.In den Spirituellen Schulen, wird immer wieder verlangt, wir sollen unser Ego vernichten oder auflösen. Dies Forderung ist nicht möglich, weil das Ego ein Teil von uns ist, sehr Persönlich. Wir fühlen, „Ich bin“ Wenn sich unser Ego, negativ entwickelt, werden Wir zum Egoisten, zu einem Menschen der nur für sich schaut,(der Lebenstrieb wird zur Lebensgier) im Gegensatz zum Altruismus, wo wir für unsere Mitmenschen da sind. Ob hartnäckig oder nicht, es kommt darauf an wie wichtig wir uns selber nehmen und die Ursache liegt wieder einmal in unserer Kindheit.Haben wir genug Liebe bekommen und wurden wir in unserer Kindheit gefördert oder wurde von uns nur gefordert und wie weit sind wir selber fähig uns selber zu lieben. Den nur wer sich selber liebt ist auch fähig andere Mitmenschen zu lieben. Das Ego kann aufgeblasen werden und es kann schrumpfen bis zur Bedeutungslosigkeit. Weil das Ego veränderlich ist und es von uns aufgebaut wurde, weil es aus unseren Erfahrungen, positiv und negativ besteht, ist es vergänglich und darum eine Ilusion(es hat nichts festes und bleibendes und ist nicht greiffbar) am Ende des Lebens löst es sich auf und zwar genau nach 15 Tagen wie wir in der Presse lesen durften.
    Ich hoffe Deine Frage: „woher kommt diese hartnäckige, Illusion des ego”? einigermasen beantwortet zu haben.
    Freundliche Grüsse zentao

  • beisasse // Januar 21, 2008 um 9:37 | Antworten

    ja, die „zerstörung des ego“ ist in einigen spirituellen wegen der tradition – auch der christlichen – eine forderung, die wir heute wirklich neu reflektieren müssen. raimon panikkar, ein katholischer theologe, im interreligiösen dialog engagiert, spricht davon, dass es eigentlich einen shift gibt (oder geben muss) von der „verdrängung zur integration“.

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