Ich mache mich heute auf eine kurze Reise. Hier noch eine Notiz während des Frühstücks:
Viele spirituelle Versprechungen gehen dahin, den Blick für eine “andere” Wirklichkeit zu öffnen. Allerorten hört man auch immer wieder, dass man nur mit dem Herzen gut sähe, das Wesentliche sei den Augen verborgen. (Gibt es noch andere, die von diesem Zitat aus dem Kleinen Prinzen ermüdet sind?)
Nun, auf dem kontemplativen Weg, den wir gehen, sind die Augen immer noch die besten Werkzeuge, um zu sehen. Und es ist diese Wirklichkeit (im Gegensatz zu einer nicht näher bestimmten “anderen”), um die es uns geht - um keine andere. Auch die anderen Sinne sind daher willkommene Werkzeuge.
Im Nachklang von Epiphanias, dem Fest der Erscheinung des Herrn, erinnern wir daran: “… und wir sahen seine Herrlichkeit.”

4 Antworten so far ↓
inge // Januar 17, 2008 um 10:24 Uhr vormittags
vielleicht zielt der kleine prinz auf uns, er zielt auf unsere trockengelegten synapsen (= kompliziert verschaltete verbindung von den augen zum herzen). zum sehen braucht man zuerst die augen, dann aber auch das gehirn (verarbeiten, zuordnen, erinnern, zu einem bild zusammenfuegen, …), das gesehene muss man auch “glauben” und dann muss man sich erst mal trauen hinzuschauen.
Zwan Zigtas Sen // Januar 17, 2008 um 12:51 Uhr nachmittags
Like Inge, I think it’s perhaps not about what we can see, but about (whether, and) how we understand what we see - and that, you will agree, the eyes cannot do …
So seeing as purely biological, fine, that takes the eyse: but actually *really* seeing what is happening (awakening to reality), that’s not for the eyes, but the ‘heart’ - if I may take it as a metaphor for a compassionate mind.
So I agree that it’s not another reality which we should strive to see; we’re blind enough when it comes to this world (and the needs of the people around us), and to seeing how our own actions affect this world (and these people). Seeing this, truly seeing this (and therefore facing up to a lot, to ourselves above all): that’s quite enough to be getting on with. That takes a courageous heart. And I suppose a heart with loving-kindness for oneself. So yes, le petit prince can be immensely annoying when cited in smugness. But I can still let him remind me of what I should strive for, in humility. Sometimes even annoying people can be right (which makes them even more annoying, of course ;-) ).
unter leuten sich selbst begegnen « ein neues kellion // Januar 21, 2008 um 10:17 Uhr nachmittags
[...] zu Tage fördern als der kommentierte Blogeintrag. Dies ist zum Beispiel der Fall bei den Kommentaren zu “sehen kann man am besten immer noch mit den augen”. Jetzt muss ich das wohl revidieren und neu formulieren zu: “Sehen kann man am Besten immer [...]
inge // Januar 24, 2008 um 9:14 Uhr nachmittags
noch ein kommentar aus der provinz:
aus “der kleine prinz” sollte man vielleicht lieber nicht einzelne saetze herausreissen und in allen moeglichen zusammenhaengen (poesiealben, blogs, postkarten) zitieren, sondern den poetischen text lieber ganz lesen und im (franzoesischen) original. bei nicht ausreichenden franzoesischkenntnissen empfiehlt sich ein gute uebersetzung, z.b die uebertragung ins bairische: “Da kloa Prinz”.
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