(6) Kann man Humor lernen?
(7) Wie kann ich Humor kultivieren?
(8) Wo taucht “Humor” in einer systematischen Zusammenschau spiritueller Praxis auf? Wo ist ihr Ort?
(6) Kann man Humor lernen?
(7) Wie kann ich Humor kultivieren?
(8) Wo taucht “Humor” in einer systematischen Zusammenschau spiritueller Praxis auf? Wo ist ihr Ort?
Kategorien: fragen · kontemplativ
Mit Tag(s) versehen: Humor, Spiritualität
9 Antworten bis hierher ↓
wessnet // Januar 28, 2008 um 8:26 |
zu (6): Aber natürlich! Auf der Humoruniversität in Castrop-Rauxel. Mindeststudiendauer 8 Silvester. Bitte anmelden bei Hochschuldirektor Max Goldt, der auch die Tutoren vermittelt. Im Grundstudium hört der stud. hum. Loriotologie, angewandten Laurelismus Hardyscher Prägung, Pythomatik und Buschwissenschaft. Nach dem Humorikum folgt ein praxisorientiertes Jahr, in dem der Student in einem Hühnerkostüm an einem Bankschalter arbeiten muss, ohne die Bankkunden über die Hintergründe aufzuklären. Anschließend folgen negative Anschauungsbeispiele: In Videoseminaren wird ein Jahr lang deutsche Comedy und ihre Unfähigkeit, witzig zu sein, gepaukt. Man schliesst mit dem Doktor humoris causa ab und pilgert dann auf dem Jakobsweg. Danach tritt man als B-Promi in einer entwürdigenden Show auf, tanzt, frisst Maden oder wird von Models auf cool gestylt.Dann endlich ist die Zeit reif für Betriebsfeste, Mallorca-Auftritte und Möbelhauseröffnungen und man macht die ganz große Kohle mit unsterblichem Humorvortrag.
zu (7): Humor ist in Gefangenschaft schwer zu züchten. Der gemeine Humor ist scheu und an ein Leben in freier Wildbahn gewöhnt. Wenn man aber zwei Humore fängt, die sich vertragen und denen man einen artgerechten Lebensraum bietet, dazu das Humorfutter dem Freßverhalten anpasst, die Vielfalt bedenkt und die Fütterung interessant gestaltet, kann sich der Humor auf natürliche Art und Weise auch unter ungünstigen Bedingungen fortpflanzen und er kann trefflich gedeihen.
zu (8): Zurückhaltung ist beim Spenden von Sakramenten geboten: Meinen Traum, im Zuge einer Hochzeit auf ein weißes Brautkleid Ketchup aus einer Wasserpumpgun zu verteilen, habe ich bisher aus Zeitgründen noch nicht verwirklicht. Auch zu langes Untertauchen bei der Taufe wird nicht von allen Täuflingen freudig und humorerprobt begrüßt. Auf Beerdigungen können die Besucher schrecklich humorlos sein und die bunte Palette deftiger Witze des gutgelaunten Geistlichen nicht angemessen mit anhaltendem Beifall würdigen.
In einem seelsorgerlichen Gespräch dem Gesprächspartner eine Schwarzwälder Kirschtorte ins Gesicht zu werfen, bedarf eventuell jahrelanger seelsorgerlicher Nacharbeit. Tja, wo bleibt er nur, der Humor in der spirituellen Praxis?
Humor und spirituelle Praxis… « wessnet // Januar 28, 2008 um 9:01 |
[...] und spirituelle Praxis… 28 01 2008 …wie passt das zusammen? Das wird gerade im neuen Kellion [...]
inge // Januar 28, 2008 um 9:49 |
wow, was fuer ein feuerwerk an antworten, alle achtung!
zu 6 noch: wer sich ein acht-silvestriges studium nicht mehr leisten kann, fuer den ist evtl. die summer-school ein geeignete alternative:
- hier der link:
http://www.unifr.ch/psycho/humor/Informationen_Deutsch.pdf
beisasse // Januar 29, 2008 um 8:09 |
hehe, vielleicht können wir heute mal dem thorsten lobhudeln, inge? der humorvollste emerging blog ist dem thorsten seiner! lasst uns ihm ein lob hudeln! – dein “seriöser” hinweis liess mich nach dem tränen lachen trotzdem immer noch weiter kichern. “humor ist eine wertvolle soziale ressource …” jaja, wie steht es um unsere humor-kompetenz?
inge // Januar 29, 2008 um 12:33 |
dem thorsten ein dreifach donnerndes
“lob” – “hudel” !!!
wessnet // Januar 30, 2008 um 7:30 |
[thorsten verbeugt sich artig]
Ave hudeli, moriturus te salutat!
Mein Problem ist dann vielleicht eher, Ernst zu lernen. Kann man Ernst lernen, wie ihn kultivieren?
wessnet // Januar 30, 2008 um 12:00 |
Das kommt davon, wenn man zwar mal das große Latinum gemacht hat, aber nur noch Asterix-Latein im Kopf hat:
“Te” ist natürlich falsch, richtig müsste “vobis” sein. Oder “vos”? Wo ist mein kleiner Stowasser?
beisasse // Januar 30, 2008 um 8:03 |
ich habe gehört, “das leben” werde einem so etwas beibringen können. (den ernst, meine ich. latein lernt man weniger so von allein.)
wessnet // Januar 31, 2008 um 5:57 |
Das Leben tut ja schon sein Bestes!