Noch eine catholische Fussnote zur Emerging Conversation (die andere gab es hier) – diesmal von keinem geringeren als Richard Rohr, in einem Interview beim National Catholic Reporter. Ganz abgesehen davon, dass das ganze Interview sehr interessant ist (ich habe noch im Ohr wie Rohr ein Zitat bringt, das so geht: “God comes to you – disguised as your life.”), antwortet er im zweiten Teil des Podcasts auf die Frage nach der Zukunft der Christenheit mit zwei Stichworten:
- Die Zukunft der Christenheit habe eine markante ökumenische Prägung.
- Und dann fragt er den Interviewer, ob er schon einmal was von der Emerging Church gehört habe … sehr witzig! (Dann umreisst er das mit drei Stichworten: a) Augenmerk auf soziale Gerechtigkeit, b) Offenheit für die kontemplative Dimension und c) “honest scholarship about Jesus” – hier kann man also ein Fallbeispiel für die Situation beobachten: “Erklär mal schnell Emerging Church!”)
7 Antworten bis hierher ↓
[depone] // Januar 28, 2008 um 1:52 |
vielen dank für den hinweis yotin.
grüße.
wessnet // Januar 28, 2008 um 7:58 |
Nicht nur mit Rohr im Ohr fällt auf, dass es eine bemerkenswerte Schnittmenge zwischen der Emerging Church und einem größeren Teil der (eher jungen bis mittelalten) katholischen Christenheit gibt:
Soziale Gerechtigkeit, Kontemplation und gute Lehre sind drei hervorstechende Themen, ich möchte noch ergänzen: Interesse an Liturgie und monastischen Lebensformen und sinnenfroher Umgang mit Genußmitteln (Kaffee, Alkohol und streckenweise auch Zigaretten ;-) )
Lustig ist, dass diese Themen vor rund 20 Jahren in der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg, in der ich mich damals engagiert hatte, wie man ehedem so sagte, sehr beliebt waren und man sich in Dritte-Welt-AKs einbrachte (noch mal eine lustige Vokabel aus der Steinzeit deutscher Basisdemokratie), fair gehandelten Kaffee trank, über Boff und Cardenal sprach und nach Taize fuhr.Und abends ein Bier!
Jetzt postet [depone] auch mal über Boff, ohne Fair Trade geht nichts mehr, und Benedikt ist cool. Guter Nährboden für echte Ökumene. Und Kontemplation und Sinnesgenuß sind zwei wunderbar lebendige Elemente, die in evangelikalen Kreisen oft angstvoll umschifft werden. Nur das Rauchen habe ich mir längst abgewöhnt und werde nur selten mal für eine Zigarette rückfällig.
Rohr lese ich übrigens auch gerne…
beisasse // Januar 30, 2008 um 8:01 |
dass es schnittmengen gibt, liegt vielleicht eher am pluralismus der jungen leute, was? oder sollte es da etwa inhaltliche sachgründe geben, warum “honest scholarship” gut ist? :-)
Peter // Januar 30, 2008 um 8:59 |
Kurz und prägnant. Hat er gut getroffen.
markus // Januar 30, 2008 um 9:25 |
interessanter blog. liebe grüße auf diesen weg.
wessnet // Januar 31, 2008 um 6:01 |
Pluralismus, mmhh. Dann müsste aber die Palette noch größer sein. Lustig finde ich auch, dass diese Themen als zentrale Aussagen in evangelikalen Jugendkreisen vor ca. 10 Jahren geradezu verpönt waren.
catholisch emergent « ein neues kellion // August 13, 2008 um 8:06 |
[...] 13, 2008 · Keine Kommentare Aus der einen “catholischen Fussnote zu Emerging Church” wird nun mehr. Wie ich einem Blogeintrag von Alan Creech entnommen habe, wird es im März [...]