ein neues kellion

Beiträge vom Februar 2008

vereinfachen und wiederholen

Februar 29, 2008 · 2 Kommentare

„Ein allgemeines Gesetz religiösen Lebens heisst: vereinfachen und wiederholen.“

(Johannes Bours, Der Mensch wird des Weges geführt den er wählt, Freiburg im Breisgau 1985, S. 184)

Kategorien: kontemplativ · üben
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was gibt der herr den seinen im schlaf?

Februar 27, 2008 · 4 Kommentare

Bruder Daniel: „Und? Wie war dein Tag gestern?“

Ich: „Mh. Ich hab den ganzen Tag geschlafen. Ich mach eigentlich nichts anderes als schlafen.“

Br. Daniel: „Frei nach dem Motto ‘Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf’ also?“

Ich: „Ja. – Nur bei mir klappt das mal wieder nicht.“

- betroffenes Schweigen -

Ich: „Dabei geb ich ja schon mein Bestes!“

- wir lachen uns beide schlapp -

Das Wort, dass Gott es den Seinen im Schlaf gibt, stammt aus Psalm 127. Vielleicht gibt es ja einige glückliche Menschen, bei denen das wunderbar klappt mit dem Schlafen und alles wendet sich ganz von allein zum Guten? Was mache ich bloss falsch? Muss ich beim Schlafen noch etwas Besonderes beachten?

Kategorien: fragen · üben
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wir hauen euch da raus, jungs!

Februar 25, 2008 · 13 Kommentare

Genau! Nicht Mönche haben den Psalter geschrieben. Das waren wir. (So könnte man sagen.) Befreien wir also den Psalter aus dem Zoo des geordneten Stundengebets. Beten wir die Psalmen doch in freier Wildbahn. Lasst sie wieder Verzweiflung und Zorn atmen, nicht gezähmt und gedeckelt von eintöniger Psalmodie. Dann wird auch wieder der wilde Jubel unserer Schreie mit dem Lärm gellender Zimbeln sich vermischen als ein uns fortreissender Rausch des Gotteslobs.

Dies nur mal so als (bekehrte) Entgegnung zu den Kommentaren zum Eintrag „Zen ist mal viel cooler als Stundengebet“

Und wenn mich jemand fragt: Wo ist deine Wut? Dann werde ich den Psalter aufheben und sagen: Hier.

Kategorien: liturgie · üben
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das mittlere wort

Februar 18, 2008 · 3 Kommentare

„‘Heute, wenn ihr seine Stimme hört …’ … Nach all diesen Worten erwartet der Herr, dass wir jeden Tag auf seine göttlichen Mahnungen mit unserem Tun antworten.“ (RB Prolog, 35)

„Jetzt müssen wir laufen und tun, was uns für die Ewigkeit nützt.“ (RB Prolog, 44)

Morgen eine kleine Reise nach Trier und dann nach Siegburg. Ich bin so müde.

Kategorien: monastic · weg
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das erste und das letzte wort

Februar 14, 2008 · 2 Kommentare

Wie oft wird einem das gesagt: dass das Grundwort der Benediktsregel „hören“ sei. Dies kann man überall nachlesen und mit gewichtigen Mienen erklärt bekommen. Und ja doch: Es ist das erste Wort der Regel. Man sollte aber auch ein weiteres Metaphernfeld anschauen, das sich in einem anderen Verb greifen lässt: laufen. Also diese Bewegung des Aufstehens, Losgehens, Gehens, Laufens. Man wird auf einiges stossen, glaube ich!

Was nützt alles hören, wenn es nicht mutig angenommen und befolgt und erfüllt wird im Tun? Wie sollte man sonst zum letzten Wort der Regel gelangen: ankommen.

Kategorien: monastic · üben
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benedicamus domino

Februar 14, 2008 · 3 Kommentare

Au ja, lasst uns wieder mal „liturgischer Reflex“ spielen! Einmal noch! Bitte, bitte!

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Kategorien: liturgie
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unsere hilfe ist im namen des herrn

Februar 12, 2008 · 13 Kommentare

Dieser Eintrag ermittelt Ihre Konfession auf dem Wege Ihrer liturgischen Reflexe. Benutzen Sie bitte die Kommentarfunktion, um Ihre Reaktion auf die Überschrift zu notieren. Lesen Sie erst danach den folgenden kursivierten Text.

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Wenn Ihr Reflex war zu antworten „der Himmel und Erde erschaffen hat“, sind Sie höchstwahrscheinlich katholisch. Falls ihre Formulierung war „der Himmel und Erde gemacht hat“ sind Sie wohl eher evangelisch. Wenn Sie notiert haben „Aber das heisst doch ‘Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn!’“, dann sind Sie ganz sicher evangelisch-lutherisch und halten sich wohl ab und zu in hochkirchlichen Kreisen auf. Der Reflex „Halleluja-Amen!“ weist wohl eher auf eine pfingstlerische Sozialisation hin, ebenso alle anderen emotional auffällige Äusserungen. Unterscheiden sollte man dies jedoch von „Ey klar, Mann!“, was auf Jesus-Freak-Connections schliessen liesse. Ob wohl auch Leute hier vorbeischauen, die keinen anderen liturgischen Reflex kennen als „und deinen Geist erfülle er“? (Na, wer ist das? Das ist was ganz Spezielles.)

Kategorien: kirche · liturgie
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zen und kontemplation ist mal viel cooler als stundengebet

Februar 11, 2008 · 6 Kommentare

Warum bemühe ich mich im Moment mehr um die Sitz-Meditation als um ein „ordentliches“ Stundengebet? Zunächst ist es sicherlich nachvollziehbar, dass bei meiner derzeitigen Lebensform als Einzelner sich weniger Formen des Stundengebetes eignen als die Sitz-Meditation. Das kann man einfach gut alleine machen. Stundengebet, liturgisches Beten, „Beten mit der Kirche“ ruft förmlich nach einer gemeinsamen Form. (Übrigens gibt es inzwischen einen weiteren Eintrag von Alex Kupsch zu Scott McKnights Buch zu diesem Thema: Alex Kupsch, Praying with the Church IV: Abschliessende Gedanken.)

Es gibt aber noch mehr Gründe. Einer davon: Geltungssucht. Zumindest sagte eine Freundin zu mir (ich „zitiere“ mal, was bei mir angekommen ist): „Ach Mann! Jeder, der heute spirituell etwas sein will, macht einen auf Sitzen, Zen oder Kontemplation. Aber keiner kümmert sich mehr um die Psalmen!“

Letzteres bezog sich nicht nur auf unser gemeinsames Stundengebet in der Hausgemeinschaft 2005-2006, sondern auch darauf, dass wir mal ein grosses Psalmenprojekt organisiert und durchgeführt haben: ein begehbares Psalmenhaus. (Photos gibt es auch noch davon.)

Da ist was dran mit dem Ehrgeiz. Dazu kommt auch noch, dass ich irgendwie denke: Stundengebet – das ist etwas, was Mönche machen. Ich mach das andere halt.

Kategorien: kontemplativ · monastic · üben
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weil wir erleuchtet sind

Februar 10, 2008 · 5 Kommentare

Hey! Hört auf, zu beten! Auch Sitz-Meditation braucht ihr nicht mehr zu üben. Kann mal jemand das Lobpreisgedudel leiser stellen? Und mit der hundertsten Wiederholung von „Laudate omnes gentes“ ist ja jetzt gut, ne? Klappt die Bibel zu und auch die Benediktsregel! Hört auf, euch abzumühen, um „richtig“ zu leben! Alles, wonach ihr euch sehnt, ist schon erreicht. Gott ist euch nah. Das stimmt wirklich.

„Wir praktizieren nicht, um erleuchtet zu werden – weil wir erleuchtet sind, praktizieren wir.“ (Bernard Glassman, Das Herz der Vollendung, S. 10.)

„Du musst nicht über die Meere reisen, musst keine Wolken durchstossen und musst nicht die Alpen überqueren. Der Weg, der dir gezeigt wird, ist nicht weit. Du musst deinem Gott nur bis zu dir selbst entgegengehen. ‘Denn das Wort ist dir nahe: Es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.’“ (Bernhard von Clairveaux, Adventspredigt 1,10)

Kategorien: buddhismus · kontemplativ · weg · üben
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der eigenwert des profanen

Februar 8, 2008 · 5 Kommentare

„Everything is spiritual.“ – Stimmt das? Ich stolperte auch bei Thorsten, der gerade über benediktinische Spiritualität bloggt, wieder auf den Vorschlag, dass man lernen solle, „keine künstliche Trennung von Innerlichkeit und Engagement“ (oder bei Frère Roger unter dem Stichwort „Kampf und Kontemplation“) zu machen. Ähm, warum bitte schön denn nicht?

Wenn ich mich gesellschaftspolitisch engagiere, dann engagiere ich mich gesellschaftspolitisch, wenn ich kontemplatives Gebet übe, dann übe ich kontemplatives Gebet. Ist doch alles klar, oder? Vielleicht helfen solche Einteilungen sogar dabei, darauf zu achten, dass wir nicht etwa diesen oder jenen Bereich vernachlässigen.

Die Gefahr bei der Idee „Alles soll Ausdruck von Spiritualität sein“ sehe ich darin, dass wir leider unsere Vorstellung von dem, was Spiritualität ausmacht, immer noch weiter pflegen werden. Obwohl diese Idee wohl intendiert, das Profane unter der Hand mal eben zum Sakralen zu erklären und es damit „aufzuwerten“, wird das Profane doch auch fragen, ob es nicht auch einen Eigenwert habe. Geben wir es auf, das Profane „profan“ zu nennen, befürchte ich, dass das Profane selbst verschwindet. Und das wollten wir doch eigentlich nicht, oder?

Ist das nachvollziehbar? Ich werde versuchen, die Gedanken noch einmal zu ordnen. Irgendwas ist da ja faul meiner Meinung nach.

Kategorien: üben
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