ein neues kellion

Beiträge vom April 2008

sich nicht vergleichen (2)

April 30, 2008 · 9 Kommentare

Wer wird hier in dieser Figur dargestellt? – Vielleicht hilft das folgende Photo weiter?

Die Auflösung gibt es nach Pfingsten, wenn ich von meinen kontemplativen Exerzitien wieder da bin.

Kategorien: bücher, musik etc. · monastic
Mit Tag(s) versehen: ,

sich nicht mit anderen vergleichen

April 29, 2008 · 5 Kommentare

blog readability test

(1)

Wir wissen das ja: Sich mit anderen vergleichen, führt in den meisten Fällen dazu, dass man unglücklich wird. Deshalb sollte es ausreichen, seine eigene URL einzugeben, um herauszufinden, was für ein Bildungsstand für seinen Blog benötigt wird. (Dank an Christian bei kulturblog.net)

„Sich nicht mit anderen vergleichen“ hört sich, finde ich, fast an wie eine Zeile aus dem Ermahnungs-Katalog aus dem vierten Kapitel der Benediktsregel. Es sollte unbedingt ergänzt werden in dieser Aufzählung der „Werkzeuge der geistlichen Kunst“. Wer bin ich – einfach für mich selbst?

(2)

Ansonsten sei hier noch darauf hingewiesen, dass ich eine Kostprobe aus einer Psalmenübertragung von Leopold Marx (in der Nachfolge Martin Bubers) an folgender Stelle gebe: kellion.podspot.de > leopold marx, die lobgesänge

(3)

Ausserdem: Meine Einführung in die Lectio divina findet man auch an diesem Ort: emergent-deutschland.de > hören #16 Ergänzen möchte ich dazu noch, dass jemand mich darauf hinwies, dass das im podcast genannte Buch von Edgar Friedmann „Die Bibel beten“ vergriffen ist. Leider kenne ich kein anderes Buch zu diesem Thema und finde bei amazon.de auch nichts Gescheites dazu. Vielleicht blättert man aber mal hier in dem Buch „Lectio divina. Das Herz Gottes im Wort Gottes entdecken“ von Garcia M. Colombas OSB.

Kategorien: bücher, musik etc. · monastic · üben
Mit Tag(s) versehen: , , , ,

wir brauchen träume, die nicht geldmässig verwertbar sind

April 23, 2008 · 2 Kommentare

„There are lot of groups and interests, that are selling dreams. That’s why they are mechants of dreams. But they are selling short dreams, small dreams. And I think that what we have to recover today is the ability to dream greater things. And we need dreams that cannot be sold. Dreams that can say ‘Maybe there is something for me to contribute, there is something for me to do.’“

Von der Herausforderung neu träumen zu lernen, spricht P. Adolfo Nicolás SJ, der neue Generalobere der Jesuiten in dem Video-Ausschnitt oben. (Dank an Andrea für den Link.)

Kategorien: fragen · kirche · weg
Mit Tag(s) versehen:

advent eines neuen gottes

April 23, 2008 · Kommentar schreiben

Advent eines neuen Gottes. Er kam nicht über das Meer als Stammesgott der Erober. Auch kam er nicht vom Osten, umwölkt von Weihrauchstäbchenduft. Diesmal zeigte auch kein Stern irgendwelchen Astrologen seinen Aufenthaltsort an. Nein, vielmehr stiess er spielend leicht mit einem Finger die Tür meiner Küche von innen auf und ich stolperte hinein – zu ihm. Von draussen höre ich noch den parkplatzbeschaffenden und um Massenbekehrung angeflehten anderen Gott seine gereizten Nörgeleien murmeln, die betont trocken waren wie aneinanderreibendes Dünndruckpapier, das doch beim Anblick eines einzigen brennenden Streichholzes gleich in Panik gerät. (Lange schon wurde er nicht mehr beachtet.) Aber auch die anderen Gott-Götzen begannen, über den Neuen zu lästern: „Was wird der schon können? Was wird er dir schon bringen? Wie lange wirst du schon mit ihm aushalten?“

Doch ist schon einmal von diesem neuen Gott gesagt worden: „Mitten unter euch steht einer, den ihr nicht kennt.“ Und das ist sein Advent: Dass ich ihn nicht einschätzen kann. Dass ich seine Sprache nicht spreche. Dass es so ist, als könnte nie jemand eine Beziehung zu ihm aufbauen. Und gleichzeitig kommt er einem so vertraut vor, dass man ihn sogar etwas langweilig und gewöhnlich finden kann.

Als ich mich bei ihm fand, wollte ich ihn ansprechen, aber ich wusste seinen Namen nicht. Ich dachte, ich sollte ihn wissen – so wie wenn man im Traum oftmals meint, dass irgend etwas so sein müsse. Und ich dachte nach: Ich muss ihn doch irgendwie kennen. Aber ich kam nicht drauf.

„Wie lange bleibst du?“ – „So lange du mich lässt.“

Kategorien: g'tt · weg
Mit Tag(s) versehen:

nomaden-kirche

April 20, 2008 · 1 Kommentar

Zur Verbindungslinie von Landeskirche und Emergent Conversation, zu der Simon de Vries schon Thesen aufgestellt hat und zu einer Initiative einlädt, weise ich auf einen Aufsatz von Jörn Halbe, ehemaliger Leiter des Pastoralkollegs (der Nordelbischen Kirche), Ratzeburg, hin. In dem Aufsatz mit dem schönen Titel „Die dünne Haut der Zelte“ beschreibt er, wie die (nordelbische) Kirche, die vom Modell der Ortsgemeinde ausgeht (wie es sich auch in ihrer Verfassung niederschlägt), sich herausgefordert sehen muss durch die neue Flexibilität der Menschen. Er schreibt u.a.:

„Wir werden auf diese Bestimmung des hier mit ‘Transit-Raum’ Gemeinten zurückkommen müssen: Als ‘transitorischer Ort’ ist Gemeinde was anderes. – Aber es fehlt noch entscheidend die Konsequenz, zu der Sloterdijk führt:

Moderne Gesellschaften nämlich tendieren zugleich zu beiden Extremen: in ständig sich steigernder Mobilität zu dem des ‚Selbst ohne Ort’, in der sich laufend vermehrenden Zahl von Transit-Räumen zu dem des ‘Orts ohne Selbst’ – ‘mit einem schrumpfenden Mittel-grund aus gewachsenen Regionalkulturen und ortstreuen Zufriedenheiten.’“

Schon als ich zu bloggen begann (an anderer Stelle), hat mich dieser Aufsatz geprägt und mich damals zu dem Blog-Untertitel „Unterwegs mit der Kirche in Zelten, Ressourcen für Liturgie und Spiritualität in einer postkonfessionellen Kultur“ inspiriert. Eigentlich ist es die Initiative von Simon, die mich veranlasst, jetzt diesen Aufsatz einmal bereit zu stellen. Wo ich selber aber bin, ist wohl eine andere Geschichte. Immer noch bin ich bloss der Beisasse, dessen nomadische Existenz mir kaum Heimat im äusseren beschert.

Kategorien: kirche
Mit Tag(s) versehen: , ,

was du schon bist

April 18, 2008 · Kommentar schreiben

Werde,
was du schon bist.
Suche ihn,
der bereits dein ist.
Höre auf ihn,
der nimmer aufhört, zu dir zu sprechen.
Gehöre ihm,
der dich bereits sein Eigen nennt.

Gregor Sinaites (gest. 1346)

Ist es angebracht, das noch zu kommentieren? Vielleicht hier nur der Hinweis, dass in diesen Zeilen Aktivität und Passivität zusammengebracht werden, wodurch sich eine Verbindungslinie zu einem früheren Eintrag von mir ergibt: „Geschehen lassen oder nicht aufgeben?“ Und wenn es um Suchwege geht, könnte man mit diesen Zeilen lernen zu sagen: „Komm dort an, wo du schon bist.“

Kategorien: kontemplativ · weg · üben
Mit Tag(s) versehen: ,

one

April 16, 2008 · 2 Kommentare

Im Kino verpasst und nun auf DVD gesehen: ONE. The Project – spirituelle Lehrer verschiedener Traditionen werden ausgefragt (Wovor haben wir alle so grosse Angst? Wie erlangt man inneren Frieden? Was ist der Sinn des Lebens? etc.), aber auch Leute auf der Strasse haben nicht weniger etwas dazu sagen. Es war inspirierend, diese verschiedenen Lehrerinnen und Lehrer zu sehen, motivierend, wenn man sich mit diesem Engagement im spirituellen Weg identifiziert. Bekannte Gesichter (Thich Nhat Hanh, Richard Rohr, Thomas Keating) waren dabei – und wie nett ist das, sie in einem Film mal beisammen zu haben! Aber auch einige (mir) unbekannte Leute beeindruckten mich und machten mich neugierig, sie einmal mehr kennen zu lernen.

Fast am schönsten wohl war überall der Humor und die Leichtigkeit all dieser Menschen. Aber auch wenn etwas engstirnige Christen und Atheisten oder wenn Geistmedien ihre absurden Auskünfte ins Mikro stammelten, trug das mit zum Witz des Films bei.

Was allerdings störte, war der Versucht, eine parabelartige Handlung mit reinzuschneiden (Thema: Mann auf der Suche nach Fragen des Lebens), die so wirkte, als hätte ein Schülerprojekt sich das ausgedacht und umgesetzt: in Schwarzweiss und mit bedeutsam nachdenklich dreinschauenden Gesichtern. Nein, man wollte die Menschen sehen, ihre Reaktionen auf die Fragen. Und meistens waren es es auch eher die Reaktionen, die viel aussagekräftiger waren als die Antworten. Zum Beispiel in der Szene, wo der Yogi Sadhguru Jaggi Vasudev mehrere Male akustisch die Frage „Describe God.“ nicht versteht. Als er es dann endlich kapiert sagt er: „Describe God?“, und es entfährt ihm dann ein kindlich staunendes „Oh.“, worauf er anschliessend in schallendes Gelächter ausbricht. Sehr sympathisch!

Hier der Trailer zum Film:

Kategorien: bücher, musik etc. · fragen · kontemplativ · üben
Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

normaler katholik mit myspace-seite

April 14, 2008 · 3 Kommentare

Nach dem grell-orangenen Kirchentag letztes Jahr in Köln geht es jetzt gedeckt-grau-blau – nein, seien wir ehrlich: es ist baby-blau – nach Osnabrück zum Katholikentag. Ich hatte eigentlich gar nicht vor, hin zu fahren, aber ein Freund sagte: „Da sind die normalen Katholiken! Wir müssen das unterstützen!“ (Oder so ähnlich.) Stimmt. Offensichtlich zählt er mich zu den normalen Katholiken. Nett. Er selbst zählt sich wohl auch dazu. Wenn da nicht seine MySpace-Seite (Gregor Samba) wäre … Wer denkt sich solche Songs aus?! Bitte geht da mal hin und hört euch die mal an und freut euch eurer eigenen bescheidenen Normalität!

Und wird man sich auf dem Katholikentag treffen? Fährt da sonst noch jemand aus der werten Leserschaft hin?

Kategorien: bücher, musik etc. · kirche
Mit Tag(s) versehen: , ,

eine beschreibung der lectio divina

April 10, 2008 · 4 Kommentare

Es gibt einige Sachen, die mag man lieber mündlich erklären als lang und breit darüber zu schreiben. Hier findet sich nun meine Beschreibung der Lectio divina, einer Methode der Schriftlesung, wobei ich besonders die Ruminatio als wesentliches Element des Lectio divina hervorhebe.

Kommentare dazu auch gerne hier auf diesem Blog.

Kategorien: hören · kontemplativ · monastic · üben
Mit Tag(s) versehen: , ,

istj

April 10, 2008 · Kommentar schreiben

Blog-Inhalte werden auf einfache Weise immer wieder durch irgendwelche Tests generiert, die zu veröffentlichen ganz auf der Schiene des Zurschaustellens liegen. Blogger mögen so was. Nun hatte ich gestern und heute die Gelegenheit, einen Test mit Papier und Stift zu machen und auswerten zu lassen, der einige Seriösität zu besitzen scheint: der Myers-Briggs-Typindikator (MBTI).

Es gibt Leute, die betroffen sind von dem, was ihnen als Spiegel dann vorgehalten wird. Es kann auch immer wieder einen Schock geben, sich selbst zu erkennen. Andere sind dann eher gelangweilt – von sich selbst. Bis jetzt – am Nachmittag gibt es noch eine weitere Einheit – war es anregend, aber ich merke, dass der Witz daran auch leicht nachlassen kann. Was will man mit diesem Wissen anfangen – darum geht es ja letztlich.

Nun, beim MBTI gibt es kompliziert aussehende Buchstabendkombinationen (insgesamt gibt es 16 Möglichkeiten). Bei mir sind es die Buchstaben ISTJ, d.h. es gibt beim mir folgende Präferenzen:

  • introvertiert (woher ich meine Energie nehme)
  • sensorisch (wie ich wahrnehme)
  • sachlich denkend (wie ich urteile)
  • planend, strukturiert (wie ich etwas umsetze)

Gähn.

Ein glücklicher Zufall ist, dass bei diesen Einheiten ich mit einigen Leuten zusammen bin, mit denen ich zusammenarbeiten muss. Es ist uns sehr deutlich – so stellen wir von schmunzelnd bis schallend lachend fest – woher manche Spannungen aufgrund unseren verschiedenen Herangehensweisen kommen. So können wir jetzt schon sehen, was für praktischen Wert die Reflexion dieser verschiedenen Präferenz-Ebenen hat.

Trotzdem glaube ich, dass ich immer dran bleiben muss, z.B. die Art und Weise, wie ich Energie bekomme (Introversion), zu verteidigen. Es war bis jetzt ein harter Kampf und das wird sich nicht so schnell ändern in der Zusammenarbeit mit Menschen und „Vorgesetzten“, die auf der (von mir aus gesehen) anderen Seite des Präferenz-Spektrums stehen:

  • extrovertiert
  • intuitiv
  • vom Gefühl her
  • prozesshaft

Kategorien: üben
Mit Tag(s) versehen: ,