ein neues kellion

nomaden-kirche

April 20, 2008 · 1 Kommentar

Zur Verbindungslinie von Landeskirche und Emergent Conversation, zu der Simon de Vries schon Thesen aufgestellt hat und zu einer Initiative einlädt, weise ich auf einen Aufsatz von Jörn Halbe, ehemaliger Leiter des Pastoralkollegs (der Nordelbischen Kirche), Ratzeburg, hin. In dem Aufsatz mit dem schönen Titel “Die dünne Haut der Zelte” beschreibt er, wie die (nordelbische) Kirche, die vom Modell der Ortsgemeinde ausgeht (wie es sich auch in ihrer Verfassung niederschlägt), sich herausgefordert sehen muss durch die neue Flexibilität der Menschen. Er schreibt u.a.:

“Wir werden auf diese Bestimmung des hier mit ‘Transit-Raum’ Gemeinten zurückkommen müssen: Als ‘transitorischer Ort’ ist Gemeinde was anderes. – Aber es fehlt noch entscheidend die Konsequenz, zu der Sloterdijk führt:

Moderne Gesellschaften nämlich tendieren zugleich zu beiden Extremen: in ständig sich steigernder Mobilität zu dem des ‚Selbst ohne Ort’, in der sich laufend vermehrenden Zahl von Transit-Räumen zu dem des ‘Orts ohne Selbst’ – ‘mit einem schrumpfenden Mittel-grund aus gewachsenen Regionalkulturen und ortstreuen Zufriedenheiten.’”

Schon als ich zu bloggen begann (an anderer Stelle), hat mich dieser Aufsatz geprägt und mich damals zu dem Blog-Untertitel “Unterwegs mit der Kirche in Zelten, Ressourcen für Liturgie und Spiritualität in einer postkonfessionellen Kultur” inspiriert. Eigentlich ist es die Initiative von Simon, die mich veranlasst, jetzt diesen Aufsatz einmal bereit zu stellen. Wo ich selber aber bin, ist wohl eine andere Geschichte. Immer noch bin ich bloss der Beisasse, dessen nomadische Existenz mir kaum Heimat im äusseren beschert.

Kategorien: kirche
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