Johannes Bours (in seinem Buch “Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt”, S. 186) schlägt ein Christusgebet vor, das zu den Perlen des Rosenkranzes gebetet werden kann. Es lautet:
Herr Jesus Christus,
Sohn des lebendigen Gottes,
du bist das Herz der Welt.
Wir preisen dich, —
Rette uns durch deinen Tod
und deine Auferstehung
für die Ewigkeit in Gott.
Er hat auch Vorschläge für Einfügungen gemacht, die man nach dem Satz “Wir preisen dich” spricht. Die erste Einfügung spricht man bei allen zehn Wiederholungen des Christusgebetes, bei der zweiten Reihe wendet man sich zur zweiten Einfügung etc. Hier die Einfügungen (Vorschlag XII. bei Johannes Bours):
- [Zehnerreihe:] Du unnachgiebiges Ja.
- [Zehnerreihe:] Du vergebendes Ja.
- [Zehnerreihe:] Du befreiendes Ja.
- [Zehnerreihe:] Du grenzenloses Ja.
- [Zehnerreihe:] Du Ja zu uns im Zeichen des Kreuzes.
In der Audio-Aufnahme skizziere ich, wie man mit einem Rosenkranz in der Hand zu einem einfachen und reduzierten Beten kommt. Kommentare dazu am besten hier auf diesem Blog. (Dank auch an Pastorin Annekatrin Haar, die mich auf diesen Vorschlag von Johannes Bours aufmerksam gemacht hat.)
16 Antworten bis hierher ↓
Sveva // Juni 22, 2008 um 5:39 |
Es gibt auch einen Christus-Rosenkranz der Michaelsbruderschaft:
http://www.tagzeiten.de/lesung/kl021.htm
Liebe Grüße
Sveva
Christin(a) // Juni 23, 2008 um 7:34 |
Eines nur:
DANKE!!!
beisasse // Juni 23, 2008 um 7:37 |
willkommen, sveva – und danke für den hinweis. der vorschlag von johannes bours ist etwas freier (”kreativ”) und “spirituell” gedacht. der von den michaelsbrüder möchte die “richtige” form finden und einen katholischen klang nachbauen (so scheint es mir). deswegen sagt mir persönlich der vorschlag von bours mehr zu.
Uwe Rosenkranz // Juni 24, 2008 um 7:33 |
Hi, Yotin und alle anderen,
danke ebenfalls für das Eingehen auf das Rosenkranzgebet.
Da ich dieser Hörer bin, der so heisst, möchte ich noch ein paar Anmerkungen machen:
Bei den nächsten zehn Perlen, wo es um die Befreiung geht (siegreicher Rosenkranz), setzt etwas ein, was ich die Materialisierung der Gebetsresonanz nennen möchte.
Gebet ist ja immer ein Dialog, kein Monolog- also, auf das rythmische Dechantieren der Gebete, stellt sich der Geist ein auf GOTT und wird von IHM durchdrungen. Dadurch wird Befreiung (durch die Auferstehung Jesu) nicht nur erfleht, sondern auch im Glauben erlebt.
Mir selber eröffnete sich dieser neue Raum des Gebetserlebens beim ganz einfachen Vaterunser, als die ebenso einfache Antwort kam: KOMM!
Mittlerweile bin ich zwei Wege gegangen: einmal in die Vergangenheit und Geschichte, zum anderen gemäß der Benediktinerregel Ora et Labora in die Gegenwart der tätigen Umsetzung des Rosenkranzes.
Dazu habe ich mich über wikipedia und encyclopedia britannica auf Entdeckungsreise begeben: im Englischen heisst Rosenkranz ROSARY und hat neben der Gebetsschnur noch die Bedeutung rundes Rosenbeet oder auch Rosengarten. Dementsprechend habe ich also runde Rosenbeete angelegt. Dabei habe ich mir vorgestellt, dass jede Pflanze einem Gebet entspricht oder einer Perle auf der Kette.
So bin ich meditativ zum Umsetzen von Arbeiten und Beten gekommen.
In der Freiheit der kreativen Gestaltung kommen auch die Psalmen, das Ave maria, der Lobgesang des Zacharias vor.
Beim Rythmus ist mitr aufgefallen, dass bei der Fünferreihe von jeweils zehn Perlen in der Kreisform ein Pentagramm auftaucht, wie das auch in der Morphologie der Rose (und aller ROSACEEN) erscheint. Der aufgeschnittene Apfel zeigt eine Fünfer-Anordnung der Samen, die Blüten zeigen eine Fünferreihe an Blättern…
Das wiest m.E. auch auf JESUS, den Morgenstern (AURORA), als der er in der Offenbarung des Johannes verherrlicht wird.
Wir könen also erleben und sinnlich erfahren, wie Gebet und Zählen mit der Harmonie und Schönheit einhergehen und mit dem Duft der Rosen eine lebendige Salbung des meditativen Einklangs von Beten und Arbeiten verströmen.
Bevor ich jetzt als Schwärmer gelte- wer die Möglichkeit hat, mal in Hamburg oder andernorts in Kloster-Gärten, Parks oder Königshöfe zu gehen, wo künstlerisch angelegte Rosenbeete zum Lustwandeln einladen, der mag in der Stille des frühen Morgens einen Hauch göttlicher Inspiration schmecken. Als Kontrast zur asketischen Klosterzelle eine unermessliche Quelle der Freude- zum Lobe, Ehre und Preis des wunderbaren Schöpfers-
Salve!
Uwe Rosenkranz
beisasse // Juni 27, 2008 um 1:55 |
ist ein schwärmer etwas schlimmes?
Es perlt im gelandeten Ufo - Clemens Bittlinger mit David Plüss und Helmut Kandert in Höchberg « wessnet // Juni 28, 2008 um 1:08 |
[...] weniger als ein Sinnbild des Lebens darstellen sollen, ein Katechismus für die Hände, so eine Art Rosenkranz für [...]
Christian // Juni 29, 2008 um 8:18 |
Danke Yotin!! Beim nächsten gemeinsamen Rosenkranzgebet kommenden Freitag wird Dein bzw. von Bours gemachter Vorschlag bei uns Eingang finden! Ich bin gespannt, was die Mitbrüder dazu sagen! :o)
beisasse // Juni 29, 2008 um 6:33 |
oh, gibt es da einen rosenkranz-gruppenzwang bei euch?
meditation für anfänger « ein neues kellion // Januar 4, 2009 um 11:19 |
[...] Über den Christusrosenkranz, den Johannes Bours vorschlägt: der rosenkranz als hilfsmittel für ein einfaches beten [...]
Peter Masny // Januar 22, 2009 um 1:52 |
Danke für die Beiträge über den Rosenkranz, daken für diese ganze Seiten, es ist eine Labsal für mich. Zu meiner Praxis: ich benütze manchmal eigene “Gesetze” im Rosenkranz, je nach der Lectio divina. Aber ich bemühe mich drei Konzentrationsebenen /wie ich es nenne/ einzubehalte: die oberste Ebene ist das gegrüsst seist du…, die zweite Ebene – das Leitgesetz für den zehner, und die dritte Ebene – die Konzentration auf das innere Herz, den Jesus in mir. Es ist schwer, aber manchmal gelingt es mir.
Danke nochmals
Peter
beisasse // Januar 26, 2009 um 3:46 |
willkommen hier, lieber peter. – das hört sich kompliziert an … aber vielleicht ist es mit übung dann ganz einfach?
Mailin // Januar 26, 2009 um 10:09 |
Manchmal mag ich das auch- Rosenkranz beten. Braucht aber viel Überwindung, besonders, wenn man nicht katholisch ist. Dann hat es was reinigendes.
Aber ich denke, die Welt wird zu schnell dazu, Zeit ist Geld. Wer kann schon 1 Stunde lang grüßen, immer wieder(Maria)?
kefas // Januar 27, 2009 um 9:45 |
Jemand, der “gscheiter” ist als ich, sagte, dass der Rosekranz eine gute Vorbereitung zum (inneren) Gebet sei. Es scheint etwas kontrovers, ist aber nicht. Wenn man die Grüsse” als etwas nimmt, was die Gedanken davon abhält herumzuschwirren (wie eine Mantra), und man sich um so besser auf das “Geheimnis” konzentriert? Vielleicht findet ihr das abwegig, ich hab es auch noch nicht so klar im Kopf.
Mailin // Januar 27, 2009 um 7:47 |
Wie ein Mantra, ja, so kommt es mir auch manchmal vor. D.h., wie ich mir das vorstelle, ich bin ja eher bürgerlicher, kenne das eigentlich nicht. Habe nur mal einen Roman gelesen, von einer Frau, die in Indien so ihre spirituellen Erfahrungen bei sowas macht.
Mit der Zeit werden die Gebete fast rhythmisch, es geht nicht mehr so sehr um die Worte, und man hört auf zu denken, solange man sich beim nicht-denken nicht erwischt.
Was ist das: Ein Geheimnis?
kefas // Januar 27, 2009 um 9:00 |
Es geht ja primär nicht um das Nichtdenken als selbstzweck, sondern um die Konzentration auf den Herrn in mir. Und dieses “Mantra” hilft einem von den umherschwirrenden Gedanken.
Mailin // Januar 28, 2009 um 8:57 |
Stimmt.