We become contemplatives when God discovers Himself in us. (Thomas Merton, New Seeds of Contemplation)
Wir werden Kontemplative, wenn Gott sich selbst in uns entdeckt. (Thomas Merton)
Beiträge vom November 2008
selbst-entdeckung gottes in uns
November 30, 2008 · 4 Kommentare
Kategorien: kontemplativ · monastic
Mit Tag(s) versehen: Gottesgeburt, Kontemplativer, Thomas Merton
nouvelle satori
November 24, 2008 · Kommentar schreiben
Unbedingt lesen:
- Notizen zur Entstehung von „Gottes geliebte Narren“ von Markus Grimm
Ist echt der Hammer. Da heisst es u.a.:
„Damit bestreite ich keineswegs die Wahrheit etwa der Bibel oder buddhistischer Sutren oder schamanischer Andersweltreisen oder meditativer Erleuchtungserfahrungen. Damit wir uns verstehen: All das ist vollkommen wahr! Aber das ist gar nicht der Punkt. Der Punkt ist: Es ist nicht relevant.“
Das gefällt mir. Gefällt mir sehr. Glücklicherweise beginnt der Mann zu bloggen:
Kategorien: fragen · kontemplativ · weg
Mit Tag(s) versehen: Erleuchtung, Ernst, Meditation, Religion
einsamkeit – wir lieben es
November 24, 2008 · 5 Kommentare
Wer die Einsamkeit nicht irgendwie liebt, ist kein monachos.
Letztens sah ich mich mit der Forderung nach christlicher Liebe und Zuwendung konfrontiert. Oft sagen fromme Zungen ja, die Entscheidung für die Ehelosigkeit sei eine Entscheidung gegen eine exklusive Zweisamkeit, um „frei zu sein für … den Dienst … und letztlich für alle“. Da muss ich aber sagen: Nee, das ist eine Überforderung für mich. Das ist bei mir nicht drin. Priester, aufopferungsvolle Ordensfrauen und andere professionelle Nächstenliebende dürfen das gerne sagen. Ich nicht.
Der Vorwurf, Kontemplative würden sich nur um sich selbst kümmern, liegt ja auch auf der Hand. Es gibt da die Redefigur, dass man in der kontemplativen Schau ja eigentlich mit allem verbunden sei. Aber ich würde zu meiner Verteidigung – dass auch meine Ressourcen für Zuwendung und sozialer Kommunikation beschränkt sind – gar nicht so eine All-Einheits-Phantasie bemühen wollen. Es ist viel nüchterner: Im Rückzug, im Alleinsein berühre ich einen Ort, den wir alle miteinander teilen: die Grundeinsamkeit des Individuums. Dass wir die Person sind, die wir sind, hat auch etwas mit Isolation zu tun. Ich bin nicht Du. Du bist nicht Ich. Und nur, wenn das so ist, kann es Begegnung geben.
(Aber ich befürchte, das verstehen viele Menschen nicht, die in Gruppen oder in einer intimen Beziehung Heimat oder die Freude der Begegnung suchen.)
Kategorien: kontemplativ · monastic · weg
Mit Tag(s) versehen: allein, Begegnung, Ehelosigkeit, einsamkeit, Keuschheit, Mönch
wir sind gestalter
November 17, 2008 · Kommentar schreiben
Sinn und Zeit und Tod gibt es nur für den Menschen. Die zyklischen Abläufe von Pflanze und Tier kennen keine gerichtet fortschreitende historische Zeit. So ist der Tod, wie wir Menschen ihn kennen, allen anderen Wesen und Dingen unbekannt.
Wir sind Gestalter, und unser Planen und Handeln richtet die Zeit intentional aus. So muss aber der Tod wie ein Affront erscheinen. Die Dinge jedoch – was haben sie für Projekte? Nie wollen sie etwas anderes sein als was sie sind. Und wenn dann der Prozess des Sterbens eintritt – wie soll sie das beleidigen, die nie vermessen über das, was sie sind, hinaus schreiten wollten?
Die Erfahrung der Geschöpflichkeit ist auch ein Aspekt auf dem kontemplativen Weg. So ganz geschieden ist der Mensch ja nicht von den Dingen, die in ihren zyklischen Abläufen ruhen. Von ihnen kann der Kontemplative lernen und eintreten in den Bereich von „Nicht-Geburt und Nicht-Tod“.
[Nachtrag: Menschliches Eingebundensein in den zyklischen Ablauf der Dinge in einem Film gefasst: "Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling" (2003) von Kim Ki-Duk.]
Kategorien: buddhismus · kontemplativ · üben
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im neuen kellion
November 11, 2008 · 7 Kommentare
Am Gedenktag des Hl. Martin von Tours.
Wenn die polemische Energie nachlässt, kann man so langsam sein Blogprojekt beenden. Oder einen anderen Modus wählen, z.B. von „dreimal in der Woche“ auf „einmal in der Woche“ runter gehen.
Das [neue kellion] ist nicht nur ein Blog. Es ist das Projekt, ein Einzelner zu sein und das zu gestalten. Es ist der Versuch, ein einfaches (im Sinne von „schlicht“) Leben zu führen. Im [neuen kellion] gibt es nur einen einzigen Lehrer: man selbst. Vielleicht ist das keine günstige Situation, aber manchmal kann man es sich nicht aussuchen. Aber auch das stimmt ja: Im [neuen kellion] wird jedes Wesen zum Lehrer und jedes Geschehen zu einer Lektion. Man muss nur lernen, Schüler zu sein.
Und wie das so ist, wenn man sich selbst erfindet: Ein Element der Abgrenzung kommt da auch immer zum Tragen. Über die akzeptable Mittelmässigkeit des Koinobitentums schüttelt man hier den Kopf. Im [neuen kellion] sehnt man sich nach Erfüllung in einem inneren Subiaco statt nach einem Ankommen und Arriviertsein in einem stattlichen Monte Cassino.
Freilich lauert hier die Gefahr fehlender Disziplin und massvoller Richtschnur. Es gibt hier ja nicht mal Gelübde oder ein Programm. Ich mache keine Versprechungen. Aber der Autodidakt hofft, dass es ausreicht, wenn sein Ja ein Ja sei, und sein Nein ein Nein.
Vor einem Jahr schrieb ich folgende Einträge, deren Stossrichtung immer noch aktuell ist für mich:
- urban contemplatives : extra claustrum (2. September 2007)
- new living-room-eremitism (4. September 2007)
- die theodidakten (6. September 2007)
Ausserdem vergesse man nicht den Klippdachs, der – wie Benedikt von Subiaco von einem Raben begleitet dargestellt wird – der Begleiter aller kontemplativen Laien ist. Dank an F.S., der von einem Besuch bei Hagenbeck folgende Schnappschüsse schickte. (Ich glaub, ich muss unbedingt mal wieder nach Hagenbeck!)
Man beachte bei diesem Bild auch den Hinweis: „Hier geboren Dezember 2007″. Ein in Hamburg geborener Klippdachs! Muss ich unbedingt besuchen gehen.
Kategorien: kontemplativ · monastic · weg · üben
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