version1
der tathagata, der jesus sagen hörte: „klopft an die tür und es wird euch aufgetan.“, erwiderte ihm: „welche tür?“
version 2
ich hörte den lehrer sagen: „klopft an und es wird euch aufgetan.“ daraufhin schlug ich ihn windelweich und ging um die tür herum.
kommentar
das mit dem anklopfen beschäftigt mich ja irgendwie schon. mit den beiden obigen szenen wollte ich nur zum ausdruck bringen, wie „wahnhaft“ und „in den wind“ unser streben ist, etwas zu sein, zu einer gruppe zu gehören, etwas darzustellen, etwas zu erreichen, glück zu finden etc. und dann ist da eine tür, von der wir denken, wir könnten nur zufrieden mit unseren leben sein, wenn genau sie sich öffnet. bei kafka ist sie schon immer offen gewesen. und mit dem mann, der vor der tür wartet, verharren wir in der verbitterten ansicht, die tür sei geschlossen. was ist diese tür wirklich? der tathagata hätte gewiss behauptet, da sei gar keine tür (version 1). und die unbekümmertheit in version 2 will diese tür einfach lächerlich machen und alles, was diese tür für uns symbolisiert.
version 3
nachdem ich drei jahre vergeblich an die tür geklopft hatte, gab ich auf. da hörte ich es klopfen. und als ich aufmachte, liess ich mich selbst ein.
5 Antworten bis hierher ↓
Noah // September 6, 2009 um 7:33 |
Zu Version 2: Da zeigt sich mein Schüler (zum Wohle meiner körperlichen Unversehrtheit) doch deutlich friedvoller: http://www.youtube.com/watch?v=8EZsc1nr_1o
Vertrauen eben.
beisasse // September 7, 2009 um 6:36 |
:-) wie cool ist das denn!? – aber auch tolle bebilderung für das „um die tür herumgehen“ :-)
AndiB // September 23, 2009 um 4:52 |
Mir gefällt version 3 sehr – besonders die Doppeldeutigkeit von „liess ich mich selbst ein“.
beisasse // September 25, 2009 um 7:40 |
und wir hoffen alle sehr, dass „sich einlassen“ ein unterschied ist zu „resignieren“.
AndiB // September 25, 2009 um 3:47 |
Amen!