John Dowland – Fine Knacks For Ladies
… though all my wares be trash / my heart is true …
John Dowland – Fine Knacks For Ladies
… though all my wares be trash / my heart is true …
Kategorien: bücher, musik etc. · hören
Mit Tag(s) versehen: John Dowland, King's Singers
Quelle: http://johndowland.de/vita_d.html
Höre gerade sehr viel die Platte „Dowland: In Darkness Let Me Dwell“. Durch die „unhistorische“ Besetzung mit Sopransaxophon (auch mal Bassklarinette) und Kontrabass neben der Laute wirkt es einfach viel kräftiger als andere „historisch informierte“ Interpretation. Das so bekannte „Come again“ kann wieder sehr viel Spass machen.
Kategorien: bücher, musik etc. · fragen · hören · kirche · weg
Mit Tag(s) versehen: Alte Musik, historische Aufführungspraxis, John Dowland, Katholizismus, konvertieren
Der Gott-Tinnitus besteht darin, zu jeder Zufälligkeit, den Grundton von Sinn und All-Intention zu vernehmen. Religion ist eine Art zwanghafte Geistestätigkeit, die alles mit Sinn auflädt.
Man kann an Sinn ersticken. Darum sind wir froh über unsere Fragmenthaftigkeit. Wir verteidigen unsere Lücken und preisen das Dazwischen, den Hohlraum, das Zimzum, denn sonst wären wir nicht und hätten keine Luft zum Atmen. Genervt von dem Sinn-Gott, der ähnlich wie der Igel überall, wo wir hinkommen, sein „Ich bin schon da!“ zuruft, werden wir aufmerksamer für die Zwischenräume, wo „nichts“ ist, jene Leerstellen, durch die überhaupt Bewegung und Flexibilität möglich sind. Dich preise ich, alles ermöglichender Hohlraum.
Kategorien: fragen · g'tt
Mit Tag(s) versehen: dazwischen, Fragment, Hohlraum, Lücken, Leerstelle, Religion, Sinn, Tinnitus, Zimzum, Zwischenraum
Es gibt das Gedankenexperiment, sich die Unwahrscheinlichkeit vorzustellen, dass man existiert. Seit dem Aufkommen lebendiger Organismen haben alle meine Vorfahren überlegt, so recht und schlecht jedenfalls bis sie ihr Erbgut weitergeben konnten – bis zu mir. Wie weit man doch zurück reicht! Ebenso wie meine Eltern sich selbst in mir wiedererkennen können, tun dies auch meine Grosseltern und die Eltern meiner Grosseltern. Und auch sie alle sind wiederum ins Leben gekommen aus einer Anzahl von günstigen oder widrigen Umständen. Ich bin eine Unwiederholbarkeit.
Aber bei mir endet die Linie auch, denn ich werde keine Nachfahren zeugen. Ich stehe am anderen Ende des Urknalls. Kinderlos hoffe ich in den Zustand einzugehen, der da war, bevor das Drama des Lebens sich entrollte.
The Streets – On The Edge Of A Cliff
Kategorien: buddhismus · fragen · nix · üben
Mit Tag(s) versehen: Ende, The Streets, Nirvana, Evolution, Erbgut, Linie, Vorfahren, Nachfahren, kinderlos, Urknall, Eltern, Drama
In meinem letzten Eintrag („vom kloster zum evangelischen pfarrhaus zum starbucks„) vertrat ich die Überzeugung, dass die Antwort auf die Frage, woher Lebendigkeit für das Morgen, nur aus Experimenten von Menschen oder Gruppen bestehen kann, die irgendeine Art von Leben wagen. Berechtigterweise merkte Walter an, eine Struktur könne helfen, dieses Leben sichtbar zu machen. (Dies wohl gegensteuernd gesagt zu meiner Skepsis gegenüber „am Reissbrett ausgedachten“ Methoden, Strukturen, Plänen etc.) Und auch ich kann nachvollziehen, dass Strukturen wahrscheinlich durchschlagender sind als Einzelpersonen.
Woher aber eine Struktur nehmen? Welche sollen wir uns als Vorbild nehmen? Die Apostelgeschichte? Die Benediktsregel? Bonhoeffers „Gemeinsames Leben“? Und wie kann eine Relecture dieser Text- und Ideenquellen konkret fruchtbar gemacht werden? Trotzdem unterstreiche ich noch einmal: Vor allem sollten wir an konkreten Menschen ablesen, wie für Heute und für das Morgen gelebt werden kann.
An dieser Stelle eine Einladung: Am 25. Oktober September 2010 (Samstag) laden wir vom Ansverus-Haus zum zweiten „Forum Spiritualität Nordkirche“ ein, diesmal unter dem Titel „ecclesiola – Glauben und Leben teilen“. Wir haben als Implsgebende Adelheid Sievers, eine evangelische Eremitin, Uta Gerstner und weitere Mitglieder der Basisgemeinschaft „Brot und Rosen“ (Hamburg) und den Künstler Ludger Trautmann eingeladen. In der Ausschreibung haben wir formuliert:
(…) Evangelische Aufbrüche kommuniäterer Experimente haben bisland explizit klösterliche Ideale (z.B. Armut, Keuschheit und Gehorsam, Stundengebet etc.) in den Blick genommen, wie das Beispiel von Taizé offenbar macht. Heute gilt es jedoch zu fragen: Was für eine eigene, evangelische, oder überhaupt neue Sprache ließe sich finden für das gegenwärtige Aufmerken und Suchen nach Formen von Gemeinschaft?
Wir tasten uns vor mit einem Bild: Das Haus in Bethanien, wo Maria, Martha und Lazarus, die Geschwister, eine gastfreundliche Herberge für den rastlosen Rabbi offen halten. Wir tasten uns auch mit einem Begriff vor: „ecclesiola“ ist die Verkleinerungsform von „ecclesia“. Es bedeutet also „Kirchlein“. Worum es hier geht, ist etwas Kleines, Unscheinbares, was aus ganz pragmatischen Bedingungen her gewachsen ist, und nun eine Sprache sucht. (…)
Man hört wahrscheinlich meine Stimme da raus, oder? Da das Forum erst nächstes Jahr stattfindet, sind Kommentare an dieser Stelle schon mal sehr willkommen!
Kategorien: kirche
Hätte, hätte, hätte. Ich hätte früher schon mal über „beziehungsweise LEBEN“ bloggen können, wozu ich ein Kapitel beigesteuert habe. Überhaupt hätte ich mal regelmässiger bloggen können. Egal. Ich erinnere mich, dass ich, als die Belegexemplare vor zwei Wochen ankamen, vom Mit-Autor zum Leser wurde. Das Kapitel von Martin Gommel über spirituellen Rhythmus zum Beispiel – da habe ich frühere eigene Erfahrungen stark wiedergefunden. Dazu bräuchte ich mal Zeit (hätte, hätte, hätte), um was dazu zu sagen.
Was mich besonders aufhorchen liess, war Walters Kapitel „Spiritualität und Volkskirche: Überlegungen zu geistlichen Kernen in evangelischen Volkskirchen“. Allerdings ist vor allem seine Einleitung oder seine Frage impulsgebend. In meinen Worten wiedergegeben: Seit ihrem Aufkommen seien Asketen, Einsiedlerinnen und Mönche die spirituellen Vorbilder für das Volk der Kirche gewesen. (Ich würde sagen: Für die katholische und orthodoxe Christenheit trifft das gewiss immer noch zu.) Für die evangelische Herde sei jedoch das Pfarrhaus an die Stelle des Klosters getreten. Walters Frage daran anschliessend ist: Wer vertritt heute die Funktion des spirituellen Vorbilds und die Funktion, erneuernde Impulse in die Kirche zu geben?
Es gibt darauf vorerst keine Antwort. Was ich allerdings schon sagen kann, ist dass diese Frage nur durch eine konkrete Lebensform beantwortet werden kann. Die Antwort gibt es nur als eine Vielzahl von Experimenten, die gelingen oder auch nicht.
Dass die Klöster und Orden bis heute – so sehr sie auch von innen her verfallen – mit ihrer spirituellen Kultur Impulse zu geben vermögen, liegt nicht zuletzt daran, dass es sich um konkrete Menschen handelt, die – wenn sie auch menschlich scheitern – das Experiment wagen. Das ist viel mehr Wert, als eine reine Phantasie von einer Urgemeinde zu haben. Das wäre eine blosse Träumerei und nazarenische Kunst-Romantisierung. Ich frage also noch einmal, und nun sollte das „wer“ deutlich herausgehört werden: Wer vertritt heute die Funktion des spirituellen Vorbilds und die Funktion, erneuernde Impulse in die Kirche zu geben? Der Blogger-Theologe, der bei Starbucks sitzt vielleicht?
Kategorien: bücher, musik etc. · fragen · kirche · monastic · üben
Mit Tag(s) versehen: Asket, beziehungsweise LEBEN, Blogger, Impuls, Kloster, Mönchtum, Starbucks, Theologe