In meinem letzten Eintrag („vom kloster zum evangelischen pfarrhaus zum starbucks„) vertrat ich die Überzeugung, dass die Antwort auf die Frage, woher Lebendigkeit für das Morgen, nur aus Experimenten von Menschen oder Gruppen bestehen kann, die irgendeine Art von Leben wagen. Berechtigterweise merkte Walter an, eine Struktur könne helfen, dieses Leben sichtbar zu machen. (Dies wohl gegensteuernd gesagt zu meiner Skepsis gegenüber „am Reissbrett ausgedachten“ Methoden, Strukturen, Plänen etc.) Und auch ich kann nachvollziehen, dass Strukturen wahrscheinlich durchschlagender sind als Einzelpersonen.
Woher aber eine Struktur nehmen? Welche sollen wir uns als Vorbild nehmen? Die Apostelgeschichte? Die Benediktsregel? Bonhoeffers „Gemeinsames Leben“? Und wie kann eine Relecture dieser Text- und Ideenquellen konkret fruchtbar gemacht werden? Trotzdem unterstreiche ich noch einmal: Vor allem sollten wir an konkreten Menschen ablesen, wie für Heute und für das Morgen gelebt werden kann.
An dieser Stelle eine Einladung: Am 25. Oktober September 2010 (Samstag) laden wir vom Ansverus-Haus zum zweiten „Forum Spiritualität Nordkirche“ ein, diesmal unter dem Titel „ecclesiola – Glauben und Leben teilen“. Wir haben als Implsgebende Adelheid Sievers, eine evangelische Eremitin, Uta Gerstner und weitere Mitglieder der Basisgemeinschaft „Brot und Rosen“ (Hamburg) und den Künstler Ludger Trautmann eingeladen. In der Ausschreibung haben wir formuliert:
(…) Evangelische Aufbrüche kommuniäterer Experimente haben bisland explizit klösterliche Ideale (z.B. Armut, Keuschheit und Gehorsam, Stundengebet etc.) in den Blick genommen, wie das Beispiel von Taizé offenbar macht. Heute gilt es jedoch zu fragen: Was für eine eigene, evangelische, oder überhaupt neue Sprache ließe sich finden für das gegenwärtige Aufmerken und Suchen nach Formen von Gemeinschaft?
Wir tasten uns vor mit einem Bild: Das Haus in Bethanien, wo Maria, Martha und Lazarus, die Geschwister, eine gastfreundliche Herberge für den rastlosen Rabbi offen halten. Wir tasten uns auch mit einem Begriff vor: „ecclesiola“ ist die Verkleinerungsform von „ecclesia“. Es bedeutet also „Kirchlein“. Worum es hier geht, ist etwas Kleines, Unscheinbares, was aus ganz pragmatischen Bedingungen her gewachsen ist, und nun eine Sprache sucht. (…)
Man hört wahrscheinlich meine Stimme da raus, oder? Da das Forum erst nächstes Jahr stattfindet, sind Kommentare an dieser Stelle schon mal sehr willkommen!
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