hark! the herald angels sing (deutsche übersetzung)

1. Boten rufen überall:
„Rühmt das Königskind im Stall!
Friede auf dem Erdenrund!
Gott und Mensch: ein neuer Bund!“
Wer die Neuigkeit gehört,
stimme ein in dieses Lied,
das die Engel uns gelehrt:
„Gott als Kind im Stall verehrt!“
Boten rufen überall:
„Rühmt das Königskind im Stall!“

2. Den Propheten einst schon sahn,
künden Engel heute an.
Eine junge Frau gebar
den, der vor der Welt schon war.
Heil dem Gott in Knechtsgestalt!
Ewigkeit sprang in die Zeit,
kehrte bei uns Menschen ein,
uns „Immanuel“ zu sein.
Boten rufen überall:
„Rühmt das Königskind im Stall!“

3. Friedensbringer unsrer Zeit!
Sonne der Gerechtigkeit!
Licht und Leben, Trost und Heil
unter seinen Flügeln weilt.
Seine Krone legt er ab,
reißt die Menschheit aus dem Grab.
Eine neue Welt entspringt
durch ein kleines schwaches Kind.
Boten rufen überall:
„Rühmt das Königskind im Stall!“

Yotin Tiewtrakul 2011
zu „Hark! the herald angels sing“ von Charles Wesley  u.a. ab 1739

Nie hätte ich gedacht, dass ich einen deutschen Text zu “Hark! the herald angels sing” machen würde. Erstens gibt es genügend deutsche Weihnachtslieder, die man singen kann. Zweitens ist “Hark! the herald” so eng verbunden mit der englischen Kultur, dass ich darum fürchten muss, von Kultur-Reinheits-Erhaltern Droh-E-Mails zu bekommen. Drittens ist die Textvorlage aus dem 18. Jahrhundert: Was soll uns diese Sprache noch sagen?

Nun ist es also keine Übersetzung geworden. Vielleicht ist mein Text auch nicht dazu gedacht, gesungen zu werden (obwohl ich sicher bin, dass es funktioniert). Man betrachte meinen Entwurf eher als eine Reflexion zum Thema “England – Deutschland” bzw. zum Thema “Was ist anglikanisch?”. Reflektiert wird auch die Frage: Wieviel Archaismus und “Poetismus” kann ich selber aushalten? Gestern sagte A. zum Beispiel zu mir, sie würde das Wort “Boten” nicht mögen, das klänge so profan und unpoetisch. Aber ich selber mag halt irgendwie auch nicht so oft das Wort “Engel” einsetzen, weil die Esoterik-Ecke in Bücher-Discountläden diese Mischwesen zwischen Himmel und Erde gezähmt hat.

Wenn ihr den Text auf Liederzetteln o.ä. benutzen wollt, gebt bitte – eigentlich ist das selbstverständlich – meinen Namen an. Vielleicht schreibt ihr auch eine E-Mail. Vorher. Und auch nachher, ob es funktionierte.

Kommentiere oder hinterlasse ein Trackback: Trackback-URL.

Kommentare

  • steffenpoos  On 6. Dezember 2011 at 9:42 am

    Yotin, das ist sehr gelungen!

  • beisasse  On 6. Dezember 2011 at 11:15 am

    merci! – schön, dass es dir gefällt.

  • Basser  On 11. Dezember 2011 at 1:31 am

    Yotin, das liest sich sehr gut. Der Text ist einerseits eine vollständige Übersetzung und andererseits auch flüsssig. Werde mich nach Weihnachten nochmal bei Dir melden. Danke !

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.