ein neues kellion

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meditieren und rebellieren und weinen

November 16, 2009 · 15 Kommentare

Leute, Leute! Gibt es denn eine Religion, die bei der anfallenden Zunahme von Sinn-Abwesenheit überhaupt etwas sagen kann? Keine Religion vermag dem Leben, wie es ist, zu begegnen. Das Leben ist so groß und gar nicht deutbar – auch nicht mit Religion. Was also, können wir tun? Klar, meine Spezialität ist, mich auf mein Meditationskissen zu setzen. Heute morgen jedoch entfuhr mir ein unwilliges „Ach, ist doch alles Quatsch!“ Auch das, kann sehr befriedigend sein: Sich einfach gegen die Sinn-Abwesenheit auflehnen und das Universum anpöbeln. Und: weinen, weinen, weinen.

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am anderen ende des urknalls

Oktober 19, 2009 · Kommentar schreiben

Es gibt das Gedankenexperiment, sich die Unwahrscheinlichkeit vorzustellen, dass man existiert.  Seit dem Aufkommen lebendiger Organismen haben alle meine Vorfahren überlegt, so recht und schlecht jedenfalls bis sie ihr Erbgut weitergeben konnten – bis zu mir. Wie weit man doch zurück reicht! Ebenso wie meine Eltern sich selbst in mir wiedererkennen können, tun dies auch meine Grosseltern und die Eltern meiner Grosseltern. Und auch sie alle sind wiederum ins Leben gekommen aus einer Anzahl von günstigen oder widrigen Umständen. Ich bin eine Unwiederholbarkeit.

Aber bei mir endet die Linie auch, denn ich werde keine Nachfahren zeugen. Ich stehe am anderen Ende des Urknalls. Kinderlos hoffe ich in den Zustand einzugehen, der da war, bevor das Drama des Lebens sich entrollte.

The Streets – On The Edge Of A Cliff

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goar nix

September 23, 2009 · 3 Kommentare

es ist als ob ich hinter den vorhang gesehen hätte und gesehen habe, dass da nichts ist. kein gericht, keine strafe, keine belohnung, keine hölle, kein himmel, keine götter, kein gott. und es ist überhaupt nicht schlimm, dass da nichts ist. natürlich kann ich nicht sagen, dass ich wirklich hinter den vorhang geschaut habe, nicht in einer ekstase, nicht in einem erleuchtungserlebnis. vielleicht müsste man sagen, so wie ich mich fühle – eine art unbekümmertheit, die still froh macht – ist es so, als wäre das so.

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charlie-braun-logien, logion 1

August 10, 2009 · Kommentar schreiben

zu denen, die ihm nachfolgten, sagte charlie braun: „scheitern müsst ihr schon noch selber.“

der wortlaut dieses logion wird in der sammlung der selbsterfundenen jesusworte als logion 3 wiedergegeben. allerdings gibt es dort eine weitere variante in einer anderen handschrift, die nach textkritischer überzeugung der ursprüngliche text gewesen sein muss: „zu denen, die ihm nachfolgten sagte er:  p i s s e n  müsst ihr schon noch selber.“

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selbsterfundene jesusworte, logion 2

Juli 28, 2009 · 2 Kommentare

jesus sagte: „du kannst nichts falsch machen.“

(in der reihe der selbsterfundenen jesusworte gibt es bereits logion 1)

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schwerkraft ist nur eine illusion

Juli 8, 2009 · Kommentar schreiben

normalerweise sitzen wir ja bei unseren meditationskursen, aber hey, das (springen!) will ich beim nächsten seminar auch mal ausprobieren:

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neues trend-hobby: allein sein

April 16, 2009 · 7 Kommentare

Ich schätze es, allein zu sein. Es ist aber nur angenehm, wenn man nicht drunter leidet. Wen es beklommen macht, sollte sich lieber drum kümmern, irgendwie beschäftigt zu sein. Ums Alleinsein jedoch braucht man sich gar nicht zu kümmern: es kommt ganz von allein. Ja, man könnte sagen, Alleinsein ist der natürliche Zustand eines Menschen.

Wieviel Zeit und Energie muss man aufbringen, um nicht allein zu sein, indem man etwas mit Freunden unternimmt, eine Partnerschaft pflegt, einer ideologischen oder religiösen Institution seine Zeit schenkt oder gar gleich eine Familie gründet. Fürs Alleinsein brauchst du aber gar nichts zu machen. Es ist kostengünstig, verursacht keinen Müll, hat keine Nebenwirkungen und ist wahrscheinlich sowas von bio und bestimmt auch klimaneutral und so. Ziemlich unschlagbar cooles Hobby, oder?

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zur reihenfolge der gliedmassen in buxtehudes „membra jesu nostri“

März 16, 2009 · 1 Kommentar

Ich habe mich weiter mit Buxtehudes „Membra Jesu nostri“ beschäftigt und auf fünf knappen Seiten etwas aufgeschrieben über die Reihenfolge der Gliedmaßen des Gekreuzigten, so wie sie im Kantatenzyklus stehen. Verglichen werden diese mit anderen Listen von Körperpartien und zwar aus dem Hohenlied. Ich fand das für mich selbst ganz interessant, besonders die Erfahrung, sich das wirklich einmal bildlich aufzumalen und vorzustellen. Als ich mit einer Freundin am Telephon darüber sprach, sagte sie so etwas wie „Hey, dieser Gott hat einen Körper!“ Ja, genau. Mich würde interessieren, was die Körperlichkeit dieses Gottes mit dem gegenwärtigen Wahn eines gesunden und durchtrainierten und selbst geformten Körpers macht. Ja, Buxtehudes musikalische Betrachtungen der Gliedmassen des Gekreuzigten ist eine Gelegenheit, sich der Körperlichkeit Gottes zu nähern und der eigenen.

Yotin Tiewtrakul: Zur Reihenfolge der Gliedmassen in Buxtehudes „Membra Jesu nostri“ [pdf-Datei]

(Witzig, das alles auf aufzuschreiben und sich wie ein Student zu fühlen, der ein Referat vorbereiten soll.) Mein vorangegangener Eintrag zu Buxtehudes „Membra Jesu nostri“ hiess „lieder an die gliedmassen jesu“.

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wörter und listen

Januar 26, 2009 · Kommentar schreiben

(1) Zuerst dachte ich, es sei Arbeit, aber jetzt merke ich, dass ich selbst etwas davon habe, Gedanken in einem Blogeintrag „zu Papier“ zu bringen. Heute zum dritten Kapitel von „Die Wolke des Nichtwissens“: „licht aus!“

(2) Vor langer Zeit fragte mich Alex nach Offenlegung meiner Playlist. Da ich zu der Zeit eher mit blip.fm Musik gehört habe, reagiere ich erst jetzt. Voilà:

meistgespielt

Kommentar? Über „The Streets“ bin ich bei blip.fm gestolpert und hab mir gleich die Platte gekauft. Der Titelsong „Everything Is Borrowed“ ist einfach grossartig. Kann man hier runterladen: # – Die Adventskantaten habe ich nach Weihnachten auch noch gehört. – André Gouzes ist Dominikaner und schreibt so neo-orthodox klingende Chorsachen, die eindeutig auch Gebrauchswert in der Liturgie haben.  – Nils Petter Molvaer gehört wohl in die Kategorie „Platten, die man der Feuilleton-Postmoderne der 90er nach besitzen muss“.

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… ich komme nirgends an …

Januar 21, 2009 · 4 Kommentare

Zeilen von Hilde Domin (1909-2006), die ich auf einer Geburtstagseinladung fand, und die mich umgehauen haben. Hier ein Versuch, sie zu sprechen: #

Vielleicht passen sie auch zu einem Satz von Markus Grimm, der im vorigen Eintrag als Kommentar hinterlassen wurde: #

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