ein neues kellion

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sich selbst wählen

Juli 16, 2008 · 4 Kommentare

Zwar wurde mir irgendwo einmal erläutert (Kierkegaard, Die Krankheit zum Tode?), dass wir uns nicht selber setzen können. Aber anders geht es nicht, glaube ich. Wenn wir uns und unser Leben nicht selber wählen, können (und brauchen) wir auch keine Verantwortung zu übernehmen. Wir müssen uns selber sagen, wer wir sind, denn nicht einmal Gott wird es uns sagen.

Es ist fahrlässig, unsere Selbstvergewisserung irgendwo aussen hin zu verlegen: Freunde, Partner, Beruf, Güter, Religion, Gott. Diese Dinge sind schwankend und selten eindeutig. Zwar sieht es in unserem Inneren auch nicht besser aus - auch hier gibt es nichts Beständiges. Aber ich ziehe es vor, meiner eigenen Unbeständigkeit ausgeliefert zu sein als anderen Dingen, die aussen sind und auf die ich nun wirklich keinen Einfluss habe.

Dies als Ergänzung zum gestrigen Eintrag.

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keine weise

Juli 11, 2008 · 6 Kommentare

Benediktinisch, franziskanisch, evangelisch, katholisch, jesuitisch, charismatisch, Herzensgebet, Rosenkranz, Christusrosenkranz, Zen, Vipassana, Yoga, Kontemplatives Gebet, Centering Prayer, Perlen des Glaubens - Die Leute suchen vielerlei Weisen, sagte ein mittelalterlicher Meister. Aber auf die Weise kommt es gar nicht an. Die “Weise” ist ein Stil, eine private Mode, ist Koketterie und Cliquen-Klüngel-Kram.

Ab heute will ich alle spirituellen Stilfragen lassen und auf ganz einfache Weise auf die unmittelbare Erfahrung zu schauen suchen.

Übrigens: Heute ist für die benediktinische Familie das Hochfest des heiligen Mönchsvaters Benedikt. - Ist das irgendwie von Bedeutung? - Nein.

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ohne mühe

Juli 7, 2008 · 7 Kommentare

Ich möchte einmal froh und zufrieden sein, ohne mich dafür anstrengen zu müssen. Das andere (sich anstrengen und sich bemühen mit dem Ergebnis: kein Erfolg, Frustration etc.) kenne ich schon. Wie geht das noch mal - unbeschwert und unbekümmert zu sein?

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was ist franziskanische spiritualität?

Juli 4, 2008 · 5 Kommentare

Was ist franziskanische Spiritualität? Der Referent sprach gar nicht lang, höchstens zehn Minuten. Dann forderte er uns auf, unsere Schuhe und Socken auszuziehen und aus der Kirche rauszugehen, um für 15 Minuten draussen die Gegend zu erkunden (in Hamburg-Eimsbüttel). Eine ziemlich anschauliche Erläuterung, was franziskanische Spiritualität sei!

(Ich dachte nachher: Es gibt also noch eine Steigerung zu “Zu Fuss gehen”. Nämlich: Barfuss gehen!)

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nicht gerechtigkeit rettet uns, sondern verzeihen

Juni 27, 2008 · Keine Kommentare

Im letzten Winter hat mich ein Mensch unbedacht gekränkt. Als ich ihm das sagte, entschuldigte er sich. Ich sagte: Okay, wir wollen es vergessen. Ich traf ihn am letzten Sonntag und er entschuldigte sich wieder, obwohl ich es für mich schon zur Seite gelegt hatte. Und ich spürte, dass ihn das immer noch bedrückte. Ich weiss nicht, ob er inzwischen glauben kann, dass es keinen Groll mehr in mir gibt. Als ich sah, wie er fast weinte, dachte ich: Ich muss allen Menschen, die mich gekränkt haben, sagen, dass ich verzeihen möchte - einfach um ihnen die Qual eines schlechten Gewissens zu nehmen.

Wenn schon Menschen durch Reue bewegt werden können, sollte da ein Gott so abgestumpft sein und weiter auf Genugtuung und Sühne beharren?

Siehe auch die Einträge:

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der rosenkranz als hilfsmittel für ein einfaches beten

Juni 22, 2008 · 8 Kommentare

Johannes Bours (in seinem Buch “Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt”, S. 186) schlägt ein Christusgebet vor, das zu den Perlen des Rosenkranzes gebetet werden kann. Es lautet:

Herr Jesus Christus,
Sohn des lebendigen Gottes,
du bist das Herz der Welt.
Wir preisen dich, —
Rette uns durch deinen Tod
und deine Auferstehung
für die Ewigkeit in Gott.

Er hat auch Vorschläge für Einfügungen gemacht, die man nach dem Satz “Wir preisen dich” spricht. Die erste Einfügung spricht man bei allen zehn Wiederholungen des Christusgebetes, bei der zweiten Reihe wendet man sich zur zweiten Einfügung etc. Hier die Einfügungen (Vorschlag XII. bei Johannes Bours):

  1. [Zehnerreihe:] Du unnachgiebiges Ja.
  2. [Zehnerreihe:] Du vergebendes Ja.
  3. [Zehnerreihe:] Du befreiendes Ja.
  4. [Zehnerreihe:] Du grenzenloses Ja.
  5. [Zehnerreihe:] Du Ja zu uns im Zeichen des Kreuzes.

In der Audio-Aufnahme skizziere ich, wie man mit einem Rosenkranz in der Hand zu einem einfachen und reduzierten Beten kommt. Kommentare dazu am besten hier auf diesem Blog. (Dank auch an Pastorin Annekatrin Haar, die mich auf diesen Vorschlag von Johannes Bours aufmerksam gemacht hat.)

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eine grundlegende haltung: zuhören

Mai 20, 2008 · 2 Kommentare

Das vielzitierte Diktum Rahners, sollte unbedingt dahingehend ergänzt werden, dass man sagen müsste, der Christ der Zukunft werde ein Mystiker und dazu auch noch ein Zuhörer, eine Zuhörerin sein - oder es wird keine Zukunft des Christen geben.

Die Augen für die Notwendigkeit der Haltung des Zuhörens öffnete mir das Buch “Miteinander im Glauben wachsen. Anleitung zum geistlichen Begleitgespräch” (ich lese die erste Auflage, damals noch untertitelt mit “Anleitung zum Glaubensgespräch”) von Franz Jalics. Hier werden nicht nur Grundlagen für die Haltung des Verstehens erörtert (Zweites Kapiel), sondern auch Übungen angeregt, mit denen wir unsere nicht-förderlichen Antwortmuster durchschauen und stattdessen unsere Aufmerksamkeit mehr auf das Einfühlen richten lernen (Drittes Kapitel).

Manchmal wird wohl eine Bekehrung, ein Richtungswechsel, unsererseits benötigt sein, wenn wir uns die Haltung des Verstehens und absichtslosen Zuhörens aneignen, weil wir lange Zeit nur Haltungen trainiert haben, die uns selbst und unser eigenes Weltbild und unsere eigene Meinung und die unserer Gruppe verteidigen sollten.

Beim Lesen hatte ich übrigens auch den Gedanken, dass sich gewiss eine Konfessionskunde schreiben liesse, die unter dem Aspekt der Kommunikation Konfessionstypen identifiziert. Wie kommuniziert die evangelikale Bewegung, wie die Kirche des Aggiornamento, wie kommuniziert der liberale Protestantismus etc. Und bei der nie endenden Suche nach dem, was eigentlich die Emerging Church bzw. die Emerging Conversation ausmacht, ist doch ein ganz wichtiger Punkt die Art der Kommunikation. Mir scheint die Haltung des absichtslosen Zuhörens eines der wichtigsten Merkmale der Emerging Conversation zu sein. Jemand sollte dazu mal was forschen und schreiben.

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rosenkranz oder gebetsschnur als werkzeug der sammlung

Mai 1, 2008 · Keine Kommentare

Bevor ich losfahre hinterlasse ich noch etwas zum Hören:

Auf einen Vorschlag hin habe ich eine erste Annäherung an den Rosenkranz oder anderen Gebetsschnüren aufgenommen. Als Hilfsmittel und Werkzeug, an einer Sache zu bleiben und ein (Gebets-) Wort auszukosten, gibt es auch eine Verbindungslinie zur Idee der Ruminatio, die ich in meiner Einführung zur Lectio divina so hervorgehoben habe. Kommentare zum aktuellen Podcast am besten an dieser Stelle.

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sich nicht mit anderen vergleichen

April 29, 2008 · 5 Kommentare

blog readability test

(1)

Wir wissen das ja: Sich mit anderen vergleichen, führt in den meisten Fällen dazu, dass man unglücklich wird. Deshalb sollte es ausreichen, seine eigene URL einzugeben, um herauszufinden, was für ein Bildungsstand für seinen Blog benötigt wird. (Dank an Christian bei kulturblog.net)

“Sich nicht mit anderen vergleichen” hört sich, finde ich, fast an wie eine Zeile aus dem Ermahnungs-Katalog aus dem vierten Kapitel der Benediktsregel. Es sollte unbedingt ergänzt werden in dieser Aufzählung der “Werkzeuge der geistlichen Kunst”. Wer bin ich - einfach für mich selbst?

(2)

Ansonsten sei hier noch darauf hingewiesen, dass ich eine Kostprobe aus einer Psalmenübertragung von Leopold Marx (in der Nachfolge Martin Bubers) an folgender Stelle gebe: kellion.podspot.de > leopold marx, die lobgesänge

(3)

Ausserdem: Meine Einführung in die Lectio divina findet man auch an diesem Ort: emergent-deutschland.de > hören #16 Ergänzen möchte ich dazu noch, dass jemand mich darauf hinwies, dass das im podcast genannte Buch von Edgar Friedmann “Die Bibel beten” vergriffen ist. Leider kenne ich kein anderes Buch zu diesem Thema und finde bei amazon.de auch nichts Gescheites dazu. Vielleicht blättert man aber mal hier in dem Buch “Lectio divina. Das Herz Gottes im Wort Gottes entdecken” von Garcia M. Colombas OSB.

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was du schon bist

April 18, 2008 · Keine Kommentare

Werde,
was du schon bist.
Suche ihn,
der bereits dein ist.
Höre auf ihn,
der nimmer aufhört, zu dir zu sprechen.
Gehöre ihm,
der dich bereits sein Eigen nennt.

Gregor Sinaites (gest. 1346)

Ist es angebracht, das noch zu kommentieren? Vielleicht hier nur der Hinweis, dass in diesen Zeilen Aktivität und Passivität zusammengebracht werden, wodurch sich eine Verbindungslinie zu einem früheren Eintrag von mir ergibt: “Geschehen lassen oder nicht aufgeben?” Und wenn es um Suchwege geht, könnte man mit diesen Zeilen lernen zu sagen: “Komm dort an, wo du schon bist.”

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