gathas

[erneute überarbeitete veröffentlichung älteren inhalts:]

eine gatha ist in der buddhistischen tradition (und da wiederum besonders in der tradition von thich nhat hanh bzw. plum village) ein (poetischer) spruch, der eine handlung vorbereitet oder begleitet. er möchte einem dabei helfen, die frage zu beantworten: „was tue ich gerade?“ und ruft die achtsamkeit auf, damit man üben kann, ganz bei dem zu sein, was man gerade tut.

zum beispiel beim abwaschen:

Washing the dishes is like bathing a baby Buddha.
The profane is the sacred.
Everyday mind is Buddha’s mind.

[Thich Nhat Hanh and the Monks and Nuns of Plum Village, Chanting from the heart, Parallax Press, p. 36.]

eine auswahl von gathas von thich nhat hanh findet man bei riversangha.org.

die idee, eigene gathas zu verfassen, kommt einem eigentlich ganz von selbst. (siehe z.b. bei naturewriting.com.) hier ein entwurf für das ankommen in einer kirche oder kapelle und wenn man dann sitzt:

    bevor ich angekommen bin,
    ist mein körper schon da.
    selbstverständlich in der gegenwart
    ist er schon gebet.
    ich muss ihn nur noch bewohnen.

oder auch: manche menschen vergessen, wenn sie die treppen zur krypta bei uns herunter gehen, dass sie sich einem raum der stille nähern. schon der weg dorthin ist eine einladung zum schweigen und zur nicht-eile. die könnten vielleicht folgendes gebet bei jeder stufe sprechen:

    wo ich meinen fuss hinsetze,
    begegne ich dir.
    wohin sollte ich noch laufen?

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