sancti spiritus assit nobis gratia

im kontext mittelalterlicher musik ist eine sequenz eine textierung eines alleluia-melismas (melisma = mehrere noten für eine silbe). man sagt, dass notker der stammler der erfinder dieser technik ist. auch der abtprimas erzählt davon: notker (wolf) über notker (den stammler) bei erzabtei.de (zum sechsten absatz scrollen).

da nächste woche pfingsten ist, hier die pfingstsequenz von notker: sancti spiritus assit nobis gratia gesungen von der schola gregoriana monostorinensis (letzter track), die

  • das repertoire nicht als „kunst“, sondern als „funktionelle liturgische musik“ erfahrbar machen will, und
  • die neuesten forschungen zur gregorianik ernst nimmt (semiologie, neumen und so’n zeugs). mehr zu der schola unter hhrf.org/schola.

und hier gibt es sogar noten dazu: von einem musikhistorischen appendix (auf den seiten 3-4 der pdf-datei). deutsche übertragung dazu („des heiligen geistes gnade sei mit uns“) siehe der letzte eintrag auf diesem blog.

und noch ein tipp an die sangesfreudigen menschen da draussen: singt jetzt selber schon mal pfingstlieder, denn nach pfingsten plumpst man (sogar schon gleich am „pfingstmontag“) in die sogenannte „zeit im jahreskreis“ hinein. nix da, pfingsten hat im liturgischen kalender keine eigene festwoche! und wofür gibt es denn dann all die vielen pfingstlieder, wenn man sie nur einen tag im jahr singen kann? also: einfach früher damit anfangen. dann hat man was davon. (mein favorit: veni creator spiritus in der übertragung von friedrich dörr, 1969: „komm, heilger geist, der leben schafft“, im gotteslob nr. 241.)

2 Kommentare

  1. Christian

    Sag mal, wo du hier gerade Begriffe aus der Alten Musik erklärst: wie nennt man nochmal die changierenden Betonungs-/Rhythmuswechsel, wie es sie z.B. in der Marienvesper zu Hauf gibt (Ave maris stella etc.)? Du hattest mal so einen Fachbegriff dafür, den ich leider vergessen habe. Btw: WordPress macht wirklich Spaß, oder? ;-)

  2. beisasse

    ich hab den fachbegriff auch vergessen. bis ich alt und weise werde, werde ich immer mehr unwichtige dinge vergessen. das ist doch eine wunderbare methode, um heraus zu finden, was wirklich wichtig ist, oder?

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