eine woche lang so tun, als hätte gott keine meinung

vor dem kirchentag verbrachte ich ein paar tage in einer benediktinerabtei bei aachen. da habe ich viel geschlafen und mich ausgeruht. abwechselnd mit zeiten, in denen ich einige wege (ich habe einen neuen sonnenhut!) ausprobieren konnte.

eigentlich wollte ich nach dem kirchentag auch noch einen anderen rückzugsort aufsuchen, aber mit den absprachen dafür hat es nicht so geklappt: man hat mir lange keine rückmeldung gegeben. und weil ich das wie einen hinweis „von oben“ auffasste, dass ich da nicht hinfahren sollte, liess ich das einfach so laufen und fuhr da natürlich nicht hin.

aber in der klarheit, die sich im wechsel von ausruhen und gehen und stundengebet ergab, musste ich mich selbst korrigieren: warum um himmels willen, ist man so schnell geneigt, alles mögliche und zufällige als göttliches zeichen hinzunehmen und dann alles einfach so laufen zu lassen?!

da muss was gegen getan werden! kann man für eine woche nicht mal folgendes ausprobieren:

  1. nimm keine erlebnisse als göttliches zeichen von aussen.
  2. tu so, als würde gott eine woche lang keine bestimmte meinung zu irgendwelchen entscheidungen von dir haben.
  3. überlege, wie du für dich selber gerne entscheiden würdest.

meine güte, warum muss ich so was üben, was andere menschen sowieso schon immer so machen!?

5 Kommentare

  1. Tino

    bin grad darüber ins nachdenken gekommen.
    standard ist, mit dem herzen gott zu lieben und anzubeten.
    in letzter zeit wird immer öfter wieder betont, dass wir auch mit dem verstand gott lieben und anbeten…also auch, indem wir die autonomie des verstandes benutzen lernen.

    können wir gott auch mit dem willen anbeten? also ähnlich wie beim verstand nicht mit bloßer unlogischer unterwerfung, sondern mit selbstbewussten entscheidungen, auch mal gegen die äußeren zeichen?

    echt seltsam, dass man sich gedanken darüber machen muss…wie verkümmert ist eigentlich mein wille?

  2. beisasse

    „auch mal *gegen die äusseren zeichen“ ist natürlich voll wild :-)

    ist doch gut, dass du dir gedanken gemacht hast (und dann auch noch worte dafür fandest). so wirst du den gebrauch deines verstandes auch frommen leuten nahebringen können.

  3. beisasse

    hey klippdachs! schön von dir zu hören! gut dass du vorbeischaust, ich hab nämlich etwas schönes im buch der sprichwörter gefunden (30,26):

    „Klippdachse sind ein Volk ohne Macht / und doch bauen sie ihre Wohnung im Fels.“

  4. Pingback: bloss nicht von brennenden dornbüschen sich beeindrucken lassen! « ein neues kellion

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s