bloss nicht von brennenden dornbüschen sich beeindrucken lassen!

nochmal zu dem vorschlag, eine woche lang mal so zu tun, als hätte gott keine bestimmte meinung zu meinen entscheidungen. (am liebsten würde ich das ganze kommende jahr so leben!)

es ist doch ganz einfach: gott mag rufen, aber die antwort muss ich schon selber geben. gott mag ja rufen, aber wieso sollte er sein rufen sich selber beantworten? meine persönliche antwort kann nicht von aussen kommen, sondern nur von mir selbst. keiner – und auch nicht irgendein blödes zufälliges ereignis – kann mir meine antwort flüsternd vorsagen, wie das noch in der grundschule ging.

also, das nächste mal, wenn gott dir vorschlagen sollte nach ägypten zu gehen, um dem pharao zu sagen, dass er „mein volk ziehen lassen“ solle, dann überleg dir bitte selbst deine antwort und lass dich nicht von brennenden dornbüschen beeindrucken. nur wenn wir für unsere entscheidungen selber verantwortung übernehmen, sind sie auch tragfähig.

mir sagte mal einer, der sich für einen geistlichen begleiter hielt: „sie reden ja immer nur von sich selber, von ihren entscheidungen, von dem, was sie wollen. sie müssen doch fragen-was-gott-von-ihnen-will!“ nee, das ist pillepalle.

6 Kommentare

  1. fono

    Dabei muss ich daran denken, dass in meiner ehemaligen Freikirche die persönliche Vision ein sehr beliebtes Thema war. Sei es im Gottesdienst oder im Hauskreis, immer wieder wurde nach der Vision für das eigene Leben gefragt. Viele konnten dedizierte Lebenspläne vorweisen und wussten sämtliche Instruktionen von Gott selbst. Nur ich konnte (bis heute übrigens) immer nur sagen, dass ich keine Vision für mein Leben habe. Da habe ich auch manches Mal diese „Fragen-nach-Gottes-Plan“-Anwort zu hören bekommen.

  2. beisasse

    dank für die zustimmung (?), tino.

    fono: die leute mit dem „nach gottes plan fragen“ gibt es auch in der catholischen kirche. der von mir am ende zitierte mensch ist ein römisch-katholischer ordensmann :-) aber ich kenn den satz auch eher von freikirchlern …

  3. cyprian

    „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt“ oder anders gesagt „er wird dazu berufen, wozu er sich entscheidet“. Stammt nicht von mir, sondern von Johannes Bours, lange Jahre Spiritual im Münsterander Priestersememinar.
    Ich finde das hat was. Gottes „Plan“ ist keine Vergewaltigung meiner Person, meiner Talente, meiner Wünsche. Wenn ich einen Weg wähle, begleitet er mich, selbst wenn es sog. Umwege sein sollten.

  4. beisasse

    danke für den hinweis, cyprian, und willkommen.

    dieser satz von bours wird ja immer populärer. bald wird er genauso populär sein wie das diktum von rahner mit dem christ der zukunft, der ein mystiker sein wird oder so. aber der vers von bours ist unheimlich wichtig. wie würde diese einsicht von bours unser gehen und entscheiden umkrempeln, wenn wir das ernst nehmen würden!

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