wo dein atem ist, da ist dein kellion

sehr geehrter bruder romuald,

dafür, dass deine kleine regel mit dem vorschlag beginnt, die eigene zelle – ganz so wie zu beginn des christlichen mönchtums – als eminenten aufenthaltsort eines mönchs, eines menschen, der „allein mit gott“ zu sein wünscht, zu verstehen, scheinst du aber sehr viel herumgekommen zu sein. hat dich die suche nach der zelle umgetrieben? hast du erst spät lernen müssen, dass das eigentliche kellion, die mönchszelle, am sichersten dort auszumachen ist, wo dein atem raum findet?

und dann schlägst du auch noch vor, bei jeder passenden gelegenheit psalmen zu beten. auch das ganz nach dem vorbild des wünstenmönchtums, der alten anachoreten. immer wieder zu diesen worten zurückzukehren, und so zu üben, sich zu sammeln und bei sich und somit bei gott zu sein. nicht eingeengt in einer abteiarchitektur von stundengebet und liturgie, sondern in der schlichten entfaltung des sinnes der psalmengebete.

ich kann mir vorstellen, dass es nicht wenige menschen gibt, die in deinem sinne allein mit gott sind. vielleicht mussten sie das mühsam lernen, weil sie sich das nicht selber ausgesucht haben. vielleicht gibt es in seniorenheimen den einen oder anderen, der dem geiste nach dein bruder oder deine schwester wäre. oder wieder andere, die in urbanen häuserschluchten sich ohne soziale kontakte wiederfinden. mit ihnen allen bist du im gebet verbunden. gut das zu wissen.

dein beisasse

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