flora und fauna der bibel: der klippdachs und warum er jetzt zu einem kontemplationsmaskottchen wird

der klippdachs begegnete der hausgemeinschaft zuerst in psalm 104. dort ist zu entnehmen, dass sein natürlicher lebensraum felsen bilden.

„was eigentlich ist denn ein klippdachs?“ fragten wir uns. in unseren köpfen bildete sich eine pelzig niedliche kreatur aber eher so in einem cartoon-stil, so dass wir in folge unserer übermässigen phantasie-expeditionen psalm 104 selten ohne lachkrampf beten konnten. regelmässig in vers 18 haute es uns dann raus:

Die hohen Berge gehören dem Steinbock, *
dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht.

als ich letztens mal im buch der sprichwörter (30,26) blätterte, traf ich ihn wieder, den klippdachs:

Klippdachse sind ein Volk ohne Macht /
und doch bauen sie ihre Wohnung im Fels.

sympathisch, oder? dem wikipedia-artikel lässt sich übrigens entnehmen, dass der klippdachs mit den elefanten verwandt ist. na gut. was aber auch berichtet wird, ist dass klippdachse aufgrund ihrer besonderen iris, die sie stark verengen können, stundenlang direkt in die sonne blicken können. nachts fahren sie ihre temperatur auf 4 °C herunter. und das erste, was sie dann morgens tun, ist sich in der sonne aufzuwärmen.

auch wenn nach dem buch levitikus (11,5) der klippdachs als unrein gilt („Ihr sollt für unrein halten den Klippdachs, weil er zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat.“), so ist doch seine fähigkeit, stundenlang direkt in die sonne blicken zu können, ein passenden bild für das kontemplative gebet. denn was tun die verrückten kontemplativen denn anderes als stundenlang in die sonne der sonne blicken zu wollen? und das mit dem aufwärmen in der sonne, da hat man doch gleich die zeilen von tersteegen im kopf, nur ein bisschen anders:

Du durchdringest alles. / Lass dein schönstes Lichte /
Herr, berühren mein Gesichte.
Wie die pelzigen Klippdachse / willig sich entfalten /
und der Sonne stille halten
lass mich so /
still und froh /
deine Strahlen fassen /
und dich wirken lassen.

und was tun kontemplationswütige denn sonst morgens nach dem aufwachen? erstmal eine stunde sitzen!

so genug gespasst.

5 Kommentare

  1. cyprian

    Ich hab´s ja eigentlich nicht so mit blogs, aber hier mache ich mal eine Ausnahme und schaue regelmäßig vorbei.
    Die Idee mit dem Maskottchen für Kontemplative halte ich für eine echt nette Idee.
    Finde ich das Lied von Tersteegen im Evangelischen Gesangbuch?
    Cyprian

  2. beisasse

    man ist natürlich jederzeit willkommen, ob nun regelmässig oder nur sporadisch! – das lied von tersteegen: aber natürlich! die obigen zeilen stammen aus dem lied „gott ist gegenwärtig“.

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  5. Pingback: im neuen kellion « ein neues kellion

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