der kanon des schülers

im zweiten teil von „blessed simplicity. the monk as universal archetype“ von raimon panikkar wird versucht, zu beschreiben, was den suchenden menschen heute leitet. dies steht unter der überschrift „der kanon des schülers“ und beinhaltet ein leitprinzip, das sich in neun weiteren leitsätzen weiter entfaltet. was dort beschrieben wird, wird jedesmal a) erläutert und b) kommentiert, wobei ein altes und ein entsprechend erneuertes verständnis monastischer tradition herausgeschält wird. im folgenden in meinen worten ein vorläufige griffige zusammenfassung seiner ausführungen. (nach einem zweiten lesen, sollte ich das noch einmal überarbeiten, denke ich, denn einige punkte sind mir nicht wirklich klar geworden.)

Der Kanon des Schülers

Leitprinzip:
Selige Einfalt, das ist: verwandeln / integrieren statt entsagen.

1. Leitsatz:
Gebrochen werden von echter Erfahrung her statt künstlich herbeigeführt.

2. Leitsatz:
Einheit von Sein und Tun, und Freiheit vom Haben statt Überbetonung der Kontemplation des reinen Seins.

3. Leitsatz:
In der Spannung sein zwischen Schweigen und Wort, die Unschuld des Schweigens ist nicht mehr möglich.

4. Leitsatz:
Schicksalsgemeinschaft mit der Erde und den Belangen der Menschen, auch im Beten, statt blosse Konzentration auf eine rituelle Beschäftigung mit dem Kosmos.

5. Leitsatz:
Geheiligte Weltlichkeit statt Warten auf ein „anderes Leben“.

6. Leitsatz:
Erfülltes Jetzt, Entdeckung der Tiefe der Wirklichkeit statt Projektion ins Suprahistorische.

7. Leitsatz:
Der Monachos als ganzheitliche Person (in den Bereichen Leiblichkeit, Sexualität und Politik) statt individualistische Vervollkommnung.

8. Leitsatz:
Das Heilige ist die Mitte von allem, auch die Mitte des „Profanen“.

9. Leitsatz:
Der Tod als reales Symbol für das Tor zur letzten Wirklichkeit. Es gibt eine Verbindung vom Letzten zum Vorletzten, bis hinab zum kleinsten Samenkorn.

5 Kommentare

  1. beisasse

    na irgendwas, was über-geschichtlich ist. zum beispiel eine projektion einer alten glorreichen vergangenheit („atlantis“) oder in die andere richtung: eine projektion in das kommende („neues jerusalem“). der alte mönch sah sich mehr als bürger eines kommenden reiches. der neue mönch sucht in der wirklichkeit, in der wir stehen, dieses kommende reich schon zu entdecken.

  2. Pingback: braucht man neben einer spirituellen praxis eine psychologische reflexion? « ein neues kellion
  3. beisasse

    dass es sich grösstenteils jüdisch anhört, ist erstaunlich, da in der jüdischen kultur das monastische kaum eine bedeutung spielt. wenn überhaupt? ich kenne mich da nicht aus …

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