die grosse vereinzelung, äh, stille

Übermorgen sendet arte den Film „Die grosse Stille“: ein Bilderbogen über die Grande Chartreuse, das erste Kloster der Karthäuser. Leute, die das eremitische und das koinobitische (gemeinschaftliche) Leben miteinander verbinden wollen.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass man das vor dem Fernseher aushält. Im Kino war es für einige ja auch nicht einfach, sitzen zu bleiben. Aber wenn man schon eine Kinokarte gekauft hat, bleibt man auch bis zum Schluss! So dachten wohl einige. Aber vor dem Fernseher?

Viele sagten nach dem Film: Das ist mir ja total fern so was! Dagegen fand ich: Was ist an dieser Vereinzelung so anders als im urbanen Kontext? Und dass sie da manche Horen (Gebetszeiten) alleine in der Zelle beten, erinnerte mich durchaus an meine Studentenzeit, als das bei mir doch ganz genauso war: Ich allein in meinem Zimmer mit dem Kleinen Stundenbuch. Ja und?

29. Oktober (Mo), 20.40 Uhr
arte > Die grosse Stille (2005)

7 Kommentare

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  2. wessnet

    besten dank für den tipp. du hast recht: vereinzelung gibt es auch in der säkularen gesellschaft (ich verstehe dich doch richtig: du meinst mit „urbanem kontext“ die säkulare gesellschaft, nicht geistliche gemeinschaften in der stadt, oder?), und dort ist sie oft nicht selbst gewählt und daher traurig.

    ein wenig beneide ich die mönche: ein geregelter tagesablauf, üppige zeit vor gott und eine gemeinschaft, in der man nicht reden muss, um angenommen zu sein.

    dann wieder denke ich mir: kann man das durchhalten? sind die mönche erfüllt? ist sprache nicht ein zu wertvolles gut, um in diesem maße auf sie zu verzichten?

    ein gutes lehrstück in sachen entschleunigung ist der film auf jeden fall und sollte daher öfter mal gezeigt werden, besonders in schulen (oder kommt man nur auf so eine idee, wenn man die schule längst hinter sich gelassen hat?). ich war so entschleunigt, dass ich kurz vor ende selig eingeschlafen bin und erst wieder wach wurde, als meine liebe frau die gelegenheit nutzte und auf loriot bei beckmann umgeschaltet hatte. das war wie aufwachen aus einem traum…

  3. Pingback: Die große Stille - Ein Film, der selbst zum Kloster wird… « wessnet
  4. beisasse

    schön, dass es für dich ein interessanter „filmabend“ war. – man sollte andere nicht beneiden. ist glaube ich auch so eine ganz wichtige spirituelle übung :-) die mönche haben uns nichts voraus.

  5. wessnet

    beneiden ist auch das falsche wort. richtiger wäre, festzuhalten, dass man selbst defizite hat, die zum teil hausgemacht sind, und von denen man sich gerne verabschieden würde, vor allem, wenn einem vorgelebt wird, wie das geht.

    meine meinung ist, dass jeder einem anderen etwas voraus hat. ein punkt, den der andere besser begriffen hat, etwas, was der andere besser umsetzt. neid wäre, dies festzustellen und darüber verbittert zu werden. gut ist, dies festzustellen, sich für den anderen zu freuen und selbst daraus zu lernen.

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