komm, einsamer, zum einsamen


Komm, Einsamer, zum Einsamen;
Denn einsam bin ich, wie du siehst.
Komm, der du mich alleingestellt,
Zum Einsamen gemacht hast auf der Erde.
Komm: zur Sehnsucht bist du mir geworden,
Du hast das Sehnen mir nach dir gegeben,
Der jedem Seufzer unerreichbar ist.

Dank sag ich dir, daß du zu einem Geist mit mir geworden,
Unvermischt und ohne Änderung und Wandel.

[Symeon der Neue Theologe (949-1022), aus der Ersten Hymne.]

Jemand sagte mir, mein Thema sei gerade das „Auf sich (allein) gestellt sein“. Wie man wohl darauf gekommen ist? Die Worte oben sind natürlich zu stark. Ich weiss auch gar nicht, ob es wirklich um Alleinsein geht. Viel eher um Reduktion, Vereinfachung. Vielleicht auch Lucidität – transparent, durchsichtig werden, so dass die Phänomene ungehindert durch einen hindurch gehen.

Dabei finde ich nicht, dass ich abgeschnitten bin von meinen Freunden. Aber ich meine, dass ich sie nicht mehr so festhalten möchte, wie das in anderen Zeiten war. Ich versuche mit ihnen zu „interagieren“. Und dabei verändert sich auch mal was.

Ich bin auch nicht abgeschnitten von den Dingen verschiedener gesellschaftlicher und kultureller Bezüge (Bücher, Internet etc.). Ich gebrauche sie, ich benutze sie. Aber ich will sie nicht „sammeln“ und besitzen.

Das ist – grob skizziert – die eigentliche Blickrichtung. Die Wahrnehmung des „Auf Sich Selbst Gestellt Seins“ ist dabei nur ein Nebenphänomen, vielleicht eine Folge der genannten Orientierung, nicht das Ziel.

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