das erste und das letzte wort

Wie oft wird einem das gesagt: dass das Grundwort der Benediktsregel „hören“ sei. Dies kann man überall nachlesen und mit gewichtigen Mienen erklärt bekommen. Und ja doch: Es ist das erste Wort der Regel. Man sollte aber auch ein weiteres Metaphernfeld anschauen, das sich in einem anderen Verb greifen lässt: laufen. Also diese Bewegung des Aufstehens, Losgehens, Gehens, Laufens. Man wird auf einiges stossen, glaube ich!

Was nützt alles hören, wenn es nicht mutig angenommen und befolgt und erfüllt wird im Tun? Wie sollte man sonst zum letzten Wort der Regel gelangen: ankommen.

2 Kommentare

  1. Volker

    Geniale Idee von dir: dem Bildfeld „laufen“ in der RB nachzugehen. Ich habe sofort an meine Lieblingsstelle aus dem Prolog (Nr. 49) gedacht: „Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes.“ Für mich schon seit meiner Abiturzeit der zentrale Satz der Regula – und ein Riesenversprechen: „Dilatato corde … curritur via mandatorum Dei.“ Benedikt zitiert Psalm 119, 32: „Mein Herz machst du weit.“ Diesen Bibelvers (und nicht das Wort Benedikts) habe ich mir vor zwölf Jahren als Primizspruch gewählt, als Motto für meinen Dienst, weil ich mich gescheut habe, als Diözesanpriester die Regel in Anspruch zu nehmen, und weil ich um dieses weite Herz im Grunde nur beten kann. Und wirklich: Gott macht keine leeren Versprechungen…

  2. beisasse

    danke, dass du mit uns deinen lieblingsvers aus der RB teilst. und auch der vers aus ps 119 spricht mich an.

    wenn du schon als weltpriester dich scheust, die RB in anspruch zu nehmen, sollte ich mich wohl als laie fragen, was ich damit zu tun habe?

    vielleicht lässt sich die schrift auch noch einmal mit den augen der RB lesen – und es lassen sich da entdeckungen machen?

    ja, es ist schon ein toller schluss des prologs, den du da zitierst. für mich ist es ein einfacher satz, der mich in den letzten monaten sehr begleitet:

    „stehen wir endlich einmal auf!“

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