psalmengebet in freier wildbahn

Das Psalmengebet in freier Wildbahn – 4 Hinweise

  1. Knüpfe das Psalmengebet an die Rituale des Alltags. Zeit- und Raum-Schwellen bieten sich da gut an.
  2. Bete die Psalmen fortlaufend.
  3. Bete einfach mit dem, was da steht.
  4. Bete die Psalmen immer laut. Immer.

1. Knüpfe das Psalmengebet an die Rituale des Alltags. Es ist bei dir genau anders herum als in einem monastischen Kontext. Dort geben festgesetzte Zeiten das Gerüst ab, worum sich alles andere gruppiert. Bei dir wird es eher so sein, dass deine Gebetszeiten eingebaut werden müssen in deinen alltäglichen Ablauf, der oft ja gar nicht so eine monastische regelmässige Strukturiertheit haben kann. Achte also auf Schwellen: dort sind Zwischenräume zu vermuten, wo du das Psalmengebet praktizieren kannst. Zum Beispiel das Aufstehen oder das Schlafengehen. Das kann aber auch der Moment sein, wo man sich ins Auto setzt, um zur Arbeit zu fahren. Nichts spricht dagegen, zwei Psalmen zu beten, bevor man den Zündschlüssel dreht. Oder es sind die fünf Minuten, bevor man den Rechner einschaltet.

2. Bete die Psalmen fortlaufend. Die Väter der Wüste haben das so gemacht. Vergiss die Wochen-Schemata, in denen die Psalmen auf bestimmte Tageszeiten und Wochentage verteilt sind. So ein Psalmenschema kannst du nur zufriedenstellend einhalten, wenn du in einer Gemeinschaft lebst, deren Hauptsorge dem Gottesdienst gilt. In deinem Alltag wird es so sein, dass du ab und zu deine Schwellen nicht wie vorgenommen zum Psalmengebet nutzt. Es ist dann einfach gut zu wissen, dass du beim nächsten Mal einfach dort fortfahren kannst, wo du stehen geblieben bist.

3. Bete einfach mit dem, was da steht. Auch wenn der Psalm gerade nicht zu deiner Stimmung passt. Oft sind wir zu erschöpft oder unkonzentriert. Aber an etwas, „was da schon steht“, kann man sich erst einmal festhalten. Leih demjenigen, der diesen Psalm irgendwann zum ersten Mal gebetet haben muss, deine Stimme. Es kommt nicht so sehr darauf an, was du inhaltlich sagst, sondern, dass du dich mit diesen Psalmworten an Gott wendest.

4. Bete immer laut. Immer. Dazu könnte ich stundenlang erzählen, warum das wichtig ist. Für’s erste lasst mich einfach mal behaupten, dass Psalmengebet, das nicht laut und mündlich ist, ungültig ist. Mindestlautstärke ist das Flüstern zweier Liebender. (Ich gebe zu, das erschwert das Psalmengebet in der U-Bahn oder im Bus …)

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