im neuen kellion

Am Gedenktag des Hl. Martin von Tours.

Wenn die polemische Energie nachlässt, kann man so langsam sein Blogprojekt beenden. Oder einen anderen Modus wählen, z.B. von „dreimal in der Woche“ auf „einmal in der Woche“ runter gehen.

Das [neue kellion] ist nicht nur ein Blog. Es ist das Projekt, ein Einzelner zu sein und das zu gestalten. Es ist der Versuch, ein einfaches (im Sinne von „schlicht“) Leben zu führen. Im [neuen kellion] gibt es nur einen einzigen Lehrer: man selbst. Vielleicht ist das keine günstige Situation, aber manchmal kann man es sich nicht aussuchen. Aber auch das stimmt ja: Im [neuen kellion] wird jedes Wesen zum Lehrer und jedes Geschehen zu einer Lektion. Man muss nur lernen, Schüler zu sein.

Und wie das so ist, wenn man sich selbst erfindet: Ein Element der Abgrenzung kommt da auch immer zum Tragen. Über die akzeptable Mittelmässigkeit des Koinobitentums schüttelt man hier den Kopf. Im [neuen kellion] sehnt man sich nach Erfüllung in einem inneren Subiaco statt nach einem Ankommen und Arriviertsein in einem stattlichen Monte Cassino.

Freilich lauert hier die Gefahr fehlender Disziplin und massvoller Richtschnur. Es gibt hier ja nicht mal Gelübde oder ein Programm. Ich mache keine Versprechungen. Aber der Autodidakt hofft, dass es ausreicht, wenn sein Ja ein Ja sei, und sein Nein ein Nein.

Vor einem Jahr schrieb ich folgende Einträge, deren Stossrichtung immer noch aktuell ist für mich:

Ausserdem vergesse man nicht den Klippdachs, der – wie Benedikt von Subiaco von einem Raben begleitet dargestellt  wird – der Begleiter aller kontemplativen Laien ist. Dank an F.S., der von einem Besuch bei Hagenbeck folgende Schnappschüsse schickte. (Ich glaub, ich muss unbedingt mal wieder nach Hagenbeck!)

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Man beachte bei diesem Bild auch den Hinweis: „Hier geboren Dezember 2007“. Ein in Hamburg geborener Klippdachs! Muss ich unbedingt besuchen gehen.

7 Kommentare

  1. Andrea

    Du schreibst: „Im [neuen kellion] gibt es nur einen einzigen Lehrer: man selbst. “
    Lieber Beisasse, ich fürchte da ist Dir aber eine grundsätzliche Fehleinschätzung unterlaufen. Ich will sie nicht selbstmitleidig nennen, auch wenn sie so klingt. Ich will es eher unbedacht nennen, denn es klang auch schon anders, z.B. bei den Theodidakten…
    Darin, niemanden zu haben, der Dich unterweist, bist Du im übrigen nicht allein. Ignatius von Loyola schreibt über seine Zeit in Manresa – sicherlich sein „kellion“ – folgendes: „In dieser Zeit behandelte Gott ihn auf die gleiche Weise, wie ein Schullehrer ein Kind behandelt, wenn er es unterweist. Und sei es, dass dies wegen seiner Ungebildetheit und seines groben Verstandes war oder weil er niemanden hatte, die ihn unterwiesen hätte, oder wegen des festen Willens, den ihm Gott selbst gegeben hatte, ihm zu dienen.“ (Bericht des Pilgers 27)
    Ich bin sicher, wer wirklich glaubt, muss sich nicht selbst erfinden und ist erlöst davon, sich selbst etwas lehren zu wollen. Der „feste Wille, Gott zu dienen“ wird uns retten und Gottes Herz erweichen, uns Weisung zu geben für den Weg, den wir gehen sollen. Wie Jakob am Jabbok: ringen, nicht los lassen, bis zum Morgengrauen – und Segen empfangen und einen neuen Namen für ein neues Volk, das Gott am Herzen liegt!

    Deshalb: Wachse im Verlangen nach der Weisung des Herrn und Du wirst sie erhalten.

  2. inge

    wie klingt eigentlich folgende abwandlung deines satzes: „Im [neuen kellion] gibt es nur einen einzigen Schueler: man selbst. “

    p.s.: was fuer schoene klippdachse!

  3. christin(a)

    mir gefällt: „Im [neuen kellion] wird jedes Wesen zum Lehrer und jedes Geschehen zu einer Lektion. Man muss nur lernen, Schüler zu sein.“!
    Ich sehe mich auch als „Schülerin auf Lebenszeit“. Manchmal kommen die Lehren wohl dosiert daher und so manches mal mit einer Wucht, dass es einen fast den Atem nimmt. Aber was soll ich machen? Außer sie annehmen, zu wägen und hoffentlich immer wieder an den Punkt zu kommen, wo man lachend „JA!“ schreien kann…im nächsten Moment Ruhe – das Herz lehrt zu seiner Zeit – , um bald darauf wieder dazustehen mit leeren Händen erwartungsvoll die neue Lektion zu empfangen uswusf
    Ich grüße Dich

  4. wessnet

    In der Tat herzallerliebste Klippdachse!

    Jetzt hoffe ich nur, dass die Klippschliefer in ihrem Gehege nicht nur ihr ihr favorisiertes Felsenambiente, sondern auch eine künstliche Sonne genießen dürfen: Bekanntlich sonnt sich der Klippdachs ja gerne, und das Hamburger, ähhm, Wetter ist mir wohlbekannt, da gibt es nicht viel Sonne für die possierlichen Nager.

    Und: Der Klippdachs ist weder Lehrer noch Schüler, sondern nur Sonnenbader. Ist man das nicht auch im neuen Kellion?

  5. beisasse

    ach, mädels und jungs! danke für eure kommentare!

    andrea: wenn ich nach bad schönbrunn komme, kann christian mir ja wieder den kopf waschen. zum schüler-sein gehört auch unbedachtes und „freches“ zu sagen, oder?

    inge: genehmigt! bitte ins protokoll aufnehmen.

    christin(a): lachen. stimmt, da war doch was! alles seine zeit haben lassen. wäre ein guter versuch.

    wessnet: DIE SONNENBADER?! cooler bandname. wieviele bands hast du in deiner jugend gegründet, aus denen nie was wurde? – tja, ich weiss nicht, wie das für unsere freunde der sonne so ist in hammbuärch. vielleicht hat hagenbeck extra für die ein sonnenstudio eingerichtet? das affenhaus ist ja auch ein ziemlich futuristischer edel-spielplatz.

  6. wessnet

    Bandname? Mmmhh, das klänge aber doch arg neudeutschwellig-anachronistisch. Wenn schon dann vielleicht die „SONNENBADER-IN-MEINEM-HOF-GRUPPE“.

    Ich habe übrigens keine einzige Band gegründet, aus der nie etwas wurde. Ich habe auch keine Band gegründet, aus der etwas wurde. Selbst mein Vorschlag, dass sich eine Jugendlobpreisband in unserer Gemeinde doch die „PRAISELBÄRCHEN“ nennen soll, wurde schroff abgelehnt. Ich hoffe jetzt auf „Wii Music“.

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