alles nur bilder

„… Warum sagst du: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, meinem Gott entgeht mein Recht?“ (Jesaja 40, 27)

Doch, doch. Das möchte ich sagen. Genau so scheint es mir zu sein: Ich werde nicht gesehen. – So dachte ich spontan als ich die erste Lesung der heutigen Messe las.

Gestern sagte uns eine geistliche Lehrerin, dass man auf dem Weg des kontemplativen Gebets auch stetig mit seinen Bildern von sich selbst konfrontiert wird. Oft gilt es, sie aufzugeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Gedankenbilder aus einer sich selbst überschätzenden oder einer resignativen Haltung kommen.

Es gibt Erfahrungen beim kontemplativen Gebet, in denen einem aufgeht: Oh, ich bin gar nicht so geduldig (oder offen oder aufmerksam etc.) wie ich immer denke. Da muss ich dann das falsche Bild von mir aufgeben.

Ich halte aber auch an einem falschen Bild von mir fest, wenn ich in resignativer Haltung mir immer wieder vorsage: Ich werde nicht gesehen, keiner steht für mich auf. Oder: Ich weiss nicht, wo ich hingehöre etc. Dass ich „nichts hinkriege“, ist auch nur ein falsches Bild, das ich von mir selbst habe.

Deshalb sagt der Prophet: Warum sagst du das? Kriegst du gar nichts mehr mit wie es eigentlich ist?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s