ausgesparte schamgegend in „membra jesu nostri“

Skizze zu den Gliedmassen der "Membra Jesu nostri"

Skizze zu den Gliedmassen in "Membra Jesu nostri"

Der Grund, weswegen ich mich hinsetzte und die Reihenfolge der Gliedmassen in den „Membra Jesu nostri“ von Dietrich Buxtehude anschauen wollte, war meine Verwunderung über die Platzierung der Widmungskantate „Ad manus“, an die Hände. Die Reihenfolge „An die Füsse“ – „An die Knie“ – „An die Hände“ weist ja offensichtlich eine Lücke auf. Aber wie naiv habe ich geguckt! Eine intelligente Person sagte mir im Gespräch über meinen kurzen Aufsatz, es sei doch klar, warum der Blick des Betrachtenden die Linie von den Füssen (1) über die Knie (2) nicht weiter nach oben zieht, sondern zur Seite ausweicht, um zu den (3) Händen zu springen: Der „keusche“ Blick weicht der Scham des Gekreuzigten aus, spart sie aus und setzt deshalb bei der Seite (4) neu an. Von dort aus kann die Blickrichtung „nach oben“ ohne Erröten verfolgt werden. So man also emphatisch sagen kann: „Hey, dieser Gott hat einen Körper!“, so müsste man einschränken: Aber Eier hat er nicht. Oder darf er nicht haben. (Im Gegensatz z.B. zu Shiva, dessen Phallus zum Kultobjekt werden kann.) Ist dieser Gott ein Mann nach dem vorherrschenden Rollenbild? Eher nicht.  „Er tat seinen Mund nicht auf …“

(Ganz, ganz nebenbei: Gründet die Missachtung der Frauen in der Kirche vielleicht darin, dass die Kirchenfunktionäre und Hierarchen auch keine „echten“ – weil zölibatäre – Männer sind, so dass sie wenigstens über die Ausübung von struktureller Macht „Männlichkeit“ beweisen wollen?)

Nachdem mir diese Aussparung der Schamgegend so deutlich geworden ist, klafft da für mich in dem Gedicht- bzw. Kantatenzyklus eine Lücke. Als ob die Vermeidung das Verhüllte umso mehr hervorhebt. Was das bedeutet weiss ich noch nicht.

34 Kommentare

  1. wessnet

    Na, ich hatte mich schon gewundert, als ich deinen letzten Artikel über „Gliedmassen“ las und mir dann schon dachte…

    Aber da liegt das Problem doch wohl eher im Auge (und Kopf) des Betrachters als bei Gott selbst, gelle? Er HATTE ja, nur: Stellen wir uns doch mal vor, die Kruzifixe würden ab sofort einen nackerten Heiland mit dann künstlerisch modellierter besonders prachtvoller „Bestückung“ präsentieren. Ob das der Besinnung dienlich ist? Oder eher den Kommunionsmädchen eine willkommene Abwechslung beim sonntäglichen Kirchgang bescheren würde?

    Wir rennen ja aus ganz bestimmten Gründen nicht pausenlos nackig rum und rühmen uns unseres Gemächtes.

    Ungerecht finde ich nur, dass in der sakralen Kunst keine Gelegenheit ausgelassen wird, um Maria Magdalena, Susanna oder andere Schwestern im Glauben mal so zu zeigen, wie der Herr sie schuf (und da muss man ja auch etwas angetörnte Fantasie haben, so als Schöpfer): Oben ohne. Aber wenn’s der Wahrheitsfindung dient…

  2. Markus

    Aha, jetzt wirds interessant!

    @ wessnet

    Die klassischen griechisch-römischen oder die michelangelo’schen Skulpturen sind gern mal nackt, inklusive Geschlechtsteil. Warum nicht Jesus? Wenn Jesus immer schon abgebildet würde, wie der Herr ihn schuf, dann würde sich übrigens auch kein Kommunionmädchen mehr wundern.

    Und aus welchen Gründen rennen wir nicht pausenlos rum und zeigen unsere Schwänze? Weil wir uns schämen. Und warum schämen wir uns? Es nennt sich: „abendländische Kultur“.

    Die ist nämlich körperfeindlich, falls es noch niemandem aufgefallen sein sollte. Die Körperfeindlichkeit richtet sich gegen den Körper als den dem Denken und Willen Entzogenen. Klartext: Was unbewusst ist, instinktiv, triebhaft, ist schlecht, weil nicht oder nur gewaltsam kontrollierbar, und deshalb zu überwinden. Dass sich im Schwanz das Unkontrollierbare nur allzusehr verdichtet – das weiß der Mann, auch mitunter aus unerfreulicher Erfahrung…

    @ beisasse

    Ich glaube, deswegen: Weg mit Schwanz und Eiern.

  3. wessnet

    Yo, das ist echt interessant.

    Habe mich gerade gefragt, ob es eigentlich Darstellungen des nackten Christus in der frühchristlichen Kunst gibt. Gibt es da was?

  4. Markus

    @ wessnet

    Weiß ich nicht, wäre interessant. Aber schwer vorstellbar. Ich glaube, dazu ist das Christentum schon zu früh von der Gnosis und dann vom Neuplatonismus beeinflusst worden, für die beide das Fleisch minder ist.

    @ beisasse

    Das mit dem Phallus als Kultobjekt ist ja übrigens ziemlich weit verbreitet. Gibts auch griechisch-römisch. Im Grunde ist die Abwesenheit von Lingam und Yoni, also von Schwanz und Muschi, die kultische Ausnahme, soweit ich das sehe. Die mythische Weltensäule, die Himmel und Erde verbindet, ist auch ein Lingam, das in die Yoni Himmel dringt, und aus dieser kosmischen Umarmung entsteht die Welt. Die Osterkerze, die an Ostern dreimal ins Wasser hinabsteigt, ist gleichphalls äh -falls ein Phallus.

    Das Kultobjekt des Shiva ist übrigens meines Wissens nicht nur ein Phallus, sondern Yoni und Lingam in einem. Der Phallus in der Vagina. Ist das nicht fabelhaft? Da kann die abendländische Ikonographie leider nicht mithalten.

  5. beisasse

    :-) vielleicht in etwa so:

    in einer schwedischen bibliothek (das manuskript widmete buxtehude einem befreundeten schwedischen kollegen) fand sich ein autograph einer bislang unbekannten widmungskantate, die ein norddeutscher hobby-musikwissenschaftler identifizierte als zum zyklus der „membra jesu nostri“ gehörig. die membra-forschung steht nun vor neuen vorraussetzungen, da die entdeckte kantate „ad lingam“ – ebenfalls mit fünf gamben instrumentiert – zu der bislang als zentral geltenden kantate „ad cor“ in konkurrenz steht. eine wieder-uraufführung im 20. jh. der kantate „ad lingam“ findet karfreitag in der magdalenenkirche in L. statt mit dem consortium musicum und dem madrigalchor bern unter der leitung von christian von holtz.

  6. beisasse

    ich find’s okay, wenn alles erst einmal so bleibt und die darstellungen verhüllt blieben. (aber sagt mal: wisst ihr das nicht, dass das geschlecht des richtenden christus in der sixtinischen kapelle übermalt worden ist?) wichtig wäre doch einfach nur, dass wir wissen, dass uns bewusst ist, dass da etwas ausgespart ist. vielleicht gehört das eben auch zu diesem menschen „jesus“, zu dieser tradition „kirche“.

    wenn man z.b. so einen heroischen (und männlichen) jesus nimmt wie mel gibson ihn zeigt, merkt man doch: das finden wir auch irgendwie lächerlich. (oder bin ich da zu sehr geprägt von einem „sanften“ jesus fast im sinne paul gerhardts‘ „ein lämmlein geht und trägt die schuld“?)

    na toll, markus, wie sollen wir jetzt wieder unbeschadet die osternacht erleben mit deiner offenlegung? :-) aber wir werden in der liturgie jetzt die augen offen halten, was uns da wohl noch begegnen mag.

  7. wessnet

    …das mit der Sixtinischen Kapelle hatte ich schon mal gelesen, aber das ist ja keine frühchristliche Kunst.

    Nun, die abendländische Kultur hat auch durchaus ihre Vorteile.

    Ich finde es z.B. gut, dass es Orte gibt, an denen der Menschheit Bildung widerfährt, z.B. im Idealfall Schulen. Dort ist es schon ein Problem für männliche Lehrkräfte, wenn die pubertierenden Mädels ihre körperlichen Vorteile präsentieren wie die Südfrüchte im Obstladen. Wenn man den Lehrer also nicht in einen hormonellen Dauernotstand versetzen will, wäre es gut, dem Einhalt zu gebieten.

    In der Kirche sehe ich es ähnlich. Warum ansonsten nicht FKK-Gottesdienste? Ja, ich weiß, das könnte lustig werden, aber nicht alles im Leben sollte lustig sein ;-)

  8. Markus

    Der Witz ist doch der: Wenn der Körper in unseren zivilisierten Köpfen nicht so abgewertet wäre, würde diese ganze Diskussion nicht stattfinden. Dann wäre Nacktheit im religiösen Kontext vollkommen natürlich und nicht der Rede wert. Stattdessen erzeugt sie Irritation und Beklommenheit. Warum?

    Ich sags nochmal: Der Körper ist unser Gegner. Und der moderne Körperkult ist das beredste Beispiel. Nie geht es um den real existierenden Körper, sondern immer um den idealen, schlanken, leistungsfähigen usw. Der real existierende Körper muss verändert, gezwungen, malträtiert, aufpoliert, gestählt, maskiert, sexualisiert werden. Er soll dem Willen unterworfen werden. Denn nichts fürchtet das Ego mehr als das Unbewusste.

    Aber der Körper ist der Tempel Gottes, der einzige. Er ist die Form der Liebe. Die nicht dem Willen unterworfen ist. Die mit mir verfährt, nicht ich mit ihr.

  9. wessnet

    Ist es denn nur ein Problem der Abwertung?

    Ich weiß nicht genau, wie es bei der weiblichen Fraktion aussieht, aber zumindest wir Mannsbilder reagieren auf sexuelle Schlüsselreize: Brüste, Becken, Schamdreieck = Paarungsbereitschaft aktiviert. Kann mich noch gut an ein Experiment in einer Sendung von Hoimar v. Ditfurth erinnern, bei mir hat es geklappt. So also die Signalkombination gesetzt ist, wird die Wirkung ausgelöst.

    Eine pausenlose Konfrontation mit Nacktheit reduziert vielleicht die Sensibilität, aber beseitigt das Prinzip nicht. Z.B. heiß angezogene Mädels in der Schule bedeuten also für den Lehrer: Paarungsbereitschaft aktivieren!. Das kann im Einzelfall mal unangemessen oder strafbar sein ;-)

    Schützen wir somit unsere Sozialkontakte nicht durch die Vermeidung von Nacktheit in unangemessenen Situationen?

    Das ist mal ein Thema für ein keusches Kellion, gelle?

  10. Christin(a)

    O magnum mysterium.
    manche Dinge im Leben bergen gerade im Geheimnis ihre ganz besondere Schönheit und Reiz.
    Soweit aus einer “ Frauensicht“ :-)

  11. wessnet

    …guter fraulicher Einwurf!

    Walter Moers hat zu dem Thema übrigens mal geschrieben: Sehen die menschlichen Geschlechtsorgane bei näherem Hinsehen nicht aus wie radioaktives Gemüse aus dem Weltall?

  12. Markus

    Ich verstehe den Bezug des fraulichen Einwurfs aber leider nicht, was ich gern täte, weil eine Frauensicht zu dem Thema mich interessieren würde.

    @ wessnet

    Wieso reduzierst du bitte Sexualität auf Verhaltensbiologie? Gewiss, die steckt drin, wie sie überall drin steckt. Aber geht es nicht um Liebe?

    Heiß angezogene Mädels in der Schule (na, was hast denn du für Altherrenfantasien, hm? ;-) ) können zunächst mal eine Augen- und Sinnenweide sein. Das Prinzip der Attraktion von Yin und Yang regiert den Kosmos, es ist ein wunderbares Prinzip, das Prinzip des Lebens nämlich. Mir scheint, du diagnonstizierst dieses Prinzip als Problem. Es ist aber keins. Es ist Genuss. Aus dem Genuss folgt automatisch noch gar nichts, er kommt und geht. Nur das Festhaltenwollen am Genuss lässt Probleme entstehen.

    Der Körper ist nicht das Problem, sondern das Nicht-Übereinstimmen damit.

    Und was hat das bitte mit Liebe zu tun? Liebe ist: das Leben genießen. Zu kurz gegriffen? Okay. Das Leben genießen – meines, das der Frau/des Mannes, das Leben überhaupt. Gott genießen, der FLEISCH wird.

  13. Christin(a)

    o.k. ein Versuch, auch wenn meiner Meinung nach manche Dinge nicht weiter erklärt werden sollten, eben um eine gewisse Faszination und Geheimnisse zu wahren…:-)…(nichts schlimmer als so manche Gedichtinterpretation – pure Zerstörung der Poesie….)
    Weiter oben war die Rede von der Freigiebigkeit weibl. Reize – wie ist das denn mit „verhüllten Frauen“, hat das nicht einen ganz anderen Reiz, nur von den Augen auszugehen? Den Menschen von innen her zu erkennen. Wie spannend mag es dann erst sein, Mund, Nase, Ohr zu entdecken…
    Die gegenseitige Anziehung ist doch noch viel mehr, als Befriedigung des Fleisches und um ein vielfaches mehr als reiner Lustgewinn: Energie, Liebes- und Schöpfungsakt oder sowas ähnliches…und das in purer Reinform
    „Gott genießen, der Fleisch wird“-JA! Verinnerlicht. Er steckt uns im Fleisch, vielleicht ein umgekehrtes Prinzip – von innen her. Somit wäre dann also ohnehin jedes Phallussymbol hinfällig…denn alle Lust will Ewigkeit!-und ER hat LUST zu uns!

    Johannes vom Kreuz schrieb:
    „In einer dunklen Nacht voll Sehnsucht in liebe entflammt o wunderbares Glück! Ging ich hinaus und floh unbemerkt aus meinem stillen Haus.
    …O Nacht, die du den Geliebten und die Geliebte zusammenführst, Geliebte in den Geliebten verwandelnd…(nach Liebkosungsberichten)…so blieb ich und vergaß, das Gesicht dem Geliebten zugeneigt, alles schwand und ich ließ mich, lassend meine Sorgen, unter den Lilien vergessen“

  14. Mailin

    Irgendwie ist das doch komisch. Im Grunde zählt heute nichts mehr als das Fleisch. Man versucht sich alles durch Naturwissenschaft zu erklären, ja, es gibt im Grunde nichts anderes mehr als Materie. „Sex sells.“ Aber gleichzeitig ist das alles nichts wert. Von Zeit zu Zeit stolpert man mal wieder über seinen Körper, aber er existiert im Grund nicht, ist mein Versuchsobjekt, mein Feind, jedenfalls nicht ich. Heute trägt man keine weite Kleidung, dafür dickes Make-up um die „Fehler“ zu vertuschen.
    Mein Körper gehört nicht mehr mir, sondern den Betrachtern. Seele verkaufen. Körper verkaufen. Was ist schlimmer? Kann ein perfekter Körper noch ein Tempel Gottes sein, einer, der garnicht mehr meiner ist? Den ich mir zurechtgezimmert habe? Was ist Schönheit?
    Drum wäre ein nackter Jesus eigentlich das Höchste, weil er sich wirklich vollkommen ausliefert, sich vollkommen öffnet und zeigt und zum Sünder(vgl. 2. Schöpfungsbericht; Nacktheit ist Sünde, oder?)für uns Menschen wird, um die Sünden aufzulösen. Das Problem an Jesus ist, dass er selbst angeblich nie eine Sünde beging, das macht ihn unglaubwürdig, finde ich.

  15. beisasse

    danke, mailin.

    hey alex, lass meinen buxtehude in ruhe! der gehört nicht zu den coolen frommen, okay?!

    christin(a): die betonung liegt wohl auf dem „dunkel“ und der situation von „heimlichkeit“, im positiven sinne von „intimität“, oder?

    wessnet: und hier wäre dann das entsprechende bild.

  16. wessnet

    Danke für den Link. Das Bild von Triegel finde ich in keinster Art und Weise anstößig. Man muss die Darstellung des nackten Christus einfach mal gesehen haben. Es ist ja wohl auch so, dass er ganz nackt am Kreuz hang. Gibt es nicht sogar eine Stelle im AT, die das prophezeit?

    Mailin hat an dem Punkt recht. Unglaubwürdig, da er keine Sünde begangen hat, ist Jesus für mich allerdings nicht. Im Gegenteil.

  17. Markus

    @ Christin(a)

    Johannes vom Kreuz schreibt ja von der mystischen Gottbegegnung, die er – wie übrigens auch Rumi – als Begegnung von Liebenden erfährt.

    Die Begegnung von Mann und Frau ist nicht dieselbe. Hier begegnet sich Haut und Fleisch. Aber Haut und Fleisch sind Instrument und Medium für eine tiefere Begegnung, für Hingabe, Ichaufgabe und Kreation. Für Liebe also. Somit natürlich auch für die mystische Vereinigung mit Gott. Aber eben nicht ohne Fleisch, sondern durch es und mit ihm und in ihm. Das Fleisch ist ein spiritueller Weg.

    @ wessnet und Mailin

    Dass Nacktheit nach Gen 2 Sünde ist, stimmt nicht. Dass den Menschen ihre Nacktheit peinlich ist, hat etwas mit ihrer Befangenheit zu tun, derselben Befangenheit, die ein Kind in einem bestimmten Alter entwickelt.

    Womit wir also wieder bei der Sünde wären. Folgendes: Wenn Jesus ganz Mensch war, hat er auch Sünden begangen, sonst wäre er gar kein Mensch gewesen, und was ist daran jetzt schlimm? Bevor mir das jetzt aber bestritten wird, schlage ich mal diese theoretische Überlegung vor: Angenommen, es gibt gar keine Sünde, es gibt gar nichts, was irgendwen von Gott trennt – was hat das für Auswirkungen auf Gott, Jesus und Mensch? Und dieses Experiment schlage ich vor: Mal einen halben Tag lang in dem Bewusstsein leben, arbeiten, Menschen begegnen, sich selber beobachten: dass es keine Sünde gibt. Wie fühlt sich das an?

  18. Mailin

    Nach dem Sündenfall wussten Adam und Eva, was gut und böse ist. Vorher war es ihnen nicht peinlich. Warum?

    Einen Tag ohne Sünde leben, fühlt sich nicht anders an, dazu müsste man erst einmal sein Gewissen ausschalten. Und das kann nicht der Sinn der Sache sein.
    Ich habe etwas in mir, das mich führt und das ist gut so. Schrecklich, wenn ich erst mal auswendig lernen müsste, wie ich handeln soll. Und wenn ich dagegen handle? Egal wie man es nennt, es ändert doch nichts.

  19. Mailin

    Ich würde dir übrigens zustimmen, dass man um ganz Mensch zu sein, auch zwingend Sünder ist, das ist praktisch genau was ich denke, aber das meinst du ja garnicht selbst, oder??

  20. Markus

    @ Mailin

    Eben, das hab ich mir gedacht: Theorien statt Praxis. Einfach mal ausprobieren! Gewissen ausschalten? Wieso, warum, weshalb? Auswenig lernen? Hä? Was glaubst du, wie zum Beispiel ich lebe?

    Ausprobieren!

  21. wessnet

    Wie sich das anfühlt, dass es keine Sünde gibt? Wie eine Lüge. In meinem Leben ist Sünde eine real existierende Größe, ob ich es wahrhaben will oder nicht.

  22. Mailin

    Klar kann man sagen, dass es keine Sünde gibt. Ohne den Begriff Sünde habe ich auch lange gelebt, es ändert nichts, nein, den Begriff wegzulassen, das ist Theorie. Ich habe dir erklärt, was ich mit Sünde meine, sie ist eng verknüpft mit meinem Gewissen. Ansonsten müsstest du mir näher erklären, was du meinst.
    Das ist, als ob ich mir denken würde, dass ich kein Auge hätte. Ich weiß, dir machen solche Spielchen Spaß, aber ich bin Realist.
    Misshandlung, Folter, Mord,… Was ist das für dich??

  23. Mailin

    Ja ursprünglich habe ich das eigentlich auch ironisch gemeint. Weil das nähmlich in vielen Köpfen rumgeistert, und vermutlich auch in meinem eigenen. Und dummerweise haben das die Christen immer noch nicht überwunden. Deshalb wäre ein nackter Jesus vielleicht wirklich besser, da am Kreuz.
    Alle Hüllen fallen lassen, wer das nicht erträgt, der liefert sich nicht ganz aus, der hat kein absolutes Zutrauen auf Gott. Der will Gott immer noch in Rüschenkleider packen. Nacktheit- das ist keine Sünde, aber Verletzlichkeit, Vertrauen(denke ich so). Und deshalb nennt man es gerne Sünde, um sich weiterhin verstecken zu können.
    Wäre Jesus am Kreuz doch wenigstens ganz angezogen, hätte einen Pyjama an oder so, dann würde es nicht so furchtbar auffallen.

  24. Christin(a)

    @ Markus
    ich mag die „Liebesmystik“ sehr und sehe das ähnlich wie Du! Liebe ist EIN spiritueller Weg – in jeder Hinsicht…(wie gut, dass man am PC keine verlegene Röte sieht…). Jeder Tag und Handgriff des Lebens ist spirituelle Übung. In der Früh‘ um 5 zu sitzen ist der geringste und nichtigste Teil davon…
    Für alle hier ein besonderer Buchtipp:
    „Die Erotik des Betens“ von Christoph Quarch. Ganz phantastisch – er bringt Rumi und Mechthild von Magdeburg miteinander ins Gespräch.

    Und zur Sündenfrage kann ich nur sagen:“ o süße Schuld“ :-)

  25. Hofstetter-Straka

    Hatte gestern unseren kleinen Lektürekreis zu einem Buch von Hans Belting; „Das echte Bild – Bildfragen als Glaubensfragen“. Da gibt es ab S. 109 spannendes zum Thema Sexualität und Jesus in der Bildenden Kunst, denn um große Kunst handelt es sich bei den Kantaten von Buxtehude ja. Das Buch lohnt sich!

  26. Lingam

    Als ich vor langer Zeit meine erste Lingam-Massage bekommen habe, war ich erst etwas skeptisch. Dann war es aber richtig toll und seitdem gönne ich mir diesen Luxus regelmäßig.

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