spiritualität ohne zugehörigkeit

Einige Notizen:

[1] Ein kleines Treffen der „Initiative Nord“ von Emergent Deutschland in Bremen letzte Woche öffnete mir die Augen dafür, was für eine spezielle Spiritualität von mir und auch im Haus teilweise gelebt wurde und wird. Von einem Text von Madeleine Delbrêl ausgehend, der üblicherweise mit „Fahrradspiritualität“ überschrieben wird, versuchte ich monastische Spiritualität und Exil-Spiritualität (so nenne ich mal unsere Spiritualität) in vier Gegensatzpaaren zu sizzieren. Was ich aber durch den anschliessenden Austausch erst so richtig kapierte war, dass die „Exil-Spiritualität“ nicht vergleichbar ist mit einer herkömmlichen „Gemeinde-Frömmigkeit“.

Im Bereich Meditation und Kontemplation begegnet man immer wieder Menschen, die „mehr“ suchen, mehr als was sie in ihrer Gemeinde oder Pfarrei finden können. Wenn sie katholisch sein sollten und noch nicht gebunden, würden solche Menschen vielleicht überlegen, ob sie vielleicht zum Ordensleben berufen sind. Evangelische Christen werden da eher heimatlose Nomaden bleiben, weil sie keinen schon fertigen Weg gehen können. Wieviele Menschen mit diesem Zug zum „Mehr“ werden Heimat überhaupt finden? Oder wird es eine Aufgabe für sie sein, als Exilanten mit den anderen Menschen in ihrer Umgebung zu leben?

Demnächst wird sicherlich mein kurzer Impuls bei Emergent Deutschland zum Hören zur Verfügung stehen, bislang ist da nur Simons Bericht von unserem Treffen. Hier ist aber auch eine schriftliche Version meines Themas: ex_tempore. Spiritualität der Exilanten versus monastische Spiritualität [pdf-Datei]

[2] Ich habe lange keine Notizen zur Lektüre der „Wolke des Nichtwissens“ mehr veröffentlicht. Heute schrieb ich aber wieder was: es geht gar nicht um ‚gott'“

[3] Facebook sagt mir, ich sei nicht zum Ordensleben berufen:

not a monastic

Hätte ich den Test doch vor fünf Jahren schon gemacht!

5 Kommentare

    • martina

      danke für deine schnelle antwort! die ergebnisse solcher tests sind ja immer vorhersehbar, aber ich finde diese idee ist wirklich super, mal etwas völlig anderes. im nachhinein kann ich auch sagen, da hat sich jemand richtig viel mühe gemacht! wirklich witzig, danke für den tipp!!

  1. Walter

    Ist denn Exil-Spiritualität so schlimm? Da waren wir uns wohl schon in Bremen nicht so einig, haben es aber nicht weiterdiskutieren können. Wenn man den Begriff der Exilanten von Michael Frost („Exiles“) her versteht, kommt da eigentlich eine hoffnungsvolle Perspektive rein. Die Exilanten leben als Gäste im System – als freie Menschen. Ich weiß, so hattest du es ursprünglich nicht gemeint, aber ich finde: das eine hoffnungsvolle Perspektive für die Exil-Spiritualität – die Spiritualität derer, die nicht im gegenwärtigen Kosmos zu Hause sind.

  2. Pingback: rausgeflogen « ein neues kellion

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s