die entdeckung des privaten

Im letzten Jahr entdeckte ich die Sphäre des Privaten. Vielleicht geht es anderen, die „in Kirche arbeiten“ oder die sich vor allem dem inneren Leben widmen ähnlich: Alles soll mit Gott oder Achtsamkeit (whatever) erfüllt sein. Aber so reibt man sich auf. So wird man verschlissen. (Durch das Ideal selbst oder durch Menschen, die man sich selbst als Stellvertreter dieses Ideals gesetzt hat, die einen – unbewusst – ausnutzen, weil man ihnen ja gewissermassen die Erlaubnis dazu gegeben hat.)

Ich glaube, es geht besser, wenn die Dimension des Privaten einen Ausgleich schafft. Denn das ist ein Raum der Freiheit und der eigenen Gestaltung – ohne unbarmherzige Ideale oder vielleicht sogar ohne „Gott“ oder „Achtsamkeit“, dafür aber mit allen Dingen, die einem wirklich wichtig sind. Dort fliesst unsere Quelle. Beschützt man das Private, kann auch eine Offenheit für andere Menschen entstehen, die nicht zum engen Kreis gehören. Das ist meine Vermutung.

Im übrigen wäre Gott der letzte, der ungefragt in das Private einbräche. Er selber empfindet keine Konkurrenz zu einem Raum, der denkbar auch ohne ihn sein wollte, denn er selber ist der erste Beschützer der Freiheit. Er gehört nicht zu den Gästen, die sich ungefragt selber einladen.

Ich hoffe, es gelingt dir, deinen Raum des Privaten zu beschützen und dort die Menschen zu bewirten, die dir wichtig sind.

Ein Kommentar

  1. pernerin

    Dieses Aufteilen find ich ja total merkwürdig, hier drinnen da draußen … das klingt eher nach überaus großem Überfordertsein. Das klingt eher danach, daß im Alltäglichen nicht auch Rückzug ist , Pause, Sabbat/ Sonntag.
    Sollte es da doch kirchliche Vampire geben, die uns aussaugen. Und sollte es in ihr Leute geben, die „daran“ glauben und sich aussaugen lassen. (Pardon für die Trivialität)
    Leben mit Gott ist ungeteilt, eins. Damit das auch in der sogenannten nichtprivaten Sphäre gilt, braucht es gerade der Achtsamkeit. Achtsamkeit ist nicht ständige Anstrengung und „Aufmerksamkeit“ , die mich strapaziert.
    Als ich viel, viel jünger war, habe ich folgendes erlebt:
    Ich hatte mit einem kath. Mitbruder ein Seminar zu halten. Er nahm den Morgen für seinen Part, Vortrag und Gespräch, verabschiedete sich dann, weil er jetzt Mittagsschlaf machen müßte, denn er hätte später dies und das. … Ach, was war ich neidisch , daß ich (so oft)nicht die Kraft hatte, meine Bedürfnisse, die mich ja auch schützen sollen, so klar und unbekümmert anzumelden – wie oft nahm ich mir , deswegen zu lernen, dreist und keck und unbekümmert zu sein.
    Und ich erinnere mich noch genau, wie begeistert die Seminarteilnehmer von ihm waren. …Sie verstehen???? H.

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