zwei notizen: kenosis und weltherrschaft

Der Weg der “kenosis”, der Entäusserung ist ganz einfach: Rechts und links neben dir sind schon Treppenstufen nach unten aufgeklappt, du musst nur der Gravitation folgen: nach unten. Ja, die ganze Tendenz der Welt ist so, im Beruf, im Alltag, in der Familie, in der Kirche: alle stossen dich runter. Sie alle Agenten der kenosis. Der schmale Pfad ist nicht schmal, sondern steil und tief. Und es gibt nichts Einfacheres als: dich fallen zu lassen.

Du merkst es, wenn du dich verkrampfst, wenn du dir Strategien zurecht gelegt hast, um dich zu wappnen vor Verletzungen und Enttäuschungen, wenn du dir Plan B, Plan C, Plan D zurecht gelegt hast: Die Angst ist da. Sie suggeriert dir, dass du keinen Ausweg hast. Sie suggeriert dir, dass du keinen Handlungsspielraum hast. Anstatt in die Offensive zu gehen, anstatt anzugreifen, anstatt einen Präventivschlag auszuführen, probiere mal: dich zerstören zu lassen. Lass dir alles nehmen, lass dir deinen guten Ruf nehmen. Dort – vielleicht – ist plötzlich Freiheit. Von dort aus, wo du nichts mehr hast, wo du alles falsch gemacht hast, wo du es zugelassen hast, dass du von anderen als doof und unwert hingestellt wurdest, kannst du plötzlich alles machen. Da hast du auf einmal eine bis in das Weltall hinausragende Handlungsfreiheit. Der Punkt Null, der Golgota-Punkt bietet dir alle Möglichkeiten aller möglichen Welten.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s