ein mord soll morde rächen – ein lied zur mimetischen theorie rené girards

Ein Lied zur mimetischen Theorie René Girards (2012)
Während der Passionszeit und besonders in der Karwoche zu singen zur Melodie „Mit Ernst, o Menschenkinder“.

Von Yotin Tiewtrakul

1
Ein Mord soll Morde rächen,
dies ist der alte Brauch.
Der Clan sühnt sein Verbrechen
wenn Fleisch verbrennt im Rauch.
So fließt seit jeher Blut,
den Rachedurst zu stillen,
der Stammesordnung willen.
Danach scheint alles gut.

2
Doch bald flammt das Begehren
im Kollektiv neu auf.
Wir können uns nicht wehren.
Ein Plan ist schon im Lauf.
Ein böses Opferlamm
muss unterm Messer singen,
bevor wir uns verschlingen.
So hält vorerst der Damm.

3
Die Stimme des Gejagten
entlarvt den blinden Neid.
Die Wunde des Verklagten
streift ab das Mythenkleid.
Verzeihen bannt den Zorn!
Denn Leben wächst aus Leben,
aus Mut, sich frei zu geben,
und geht nicht mehr verlorn.

Die Melodie von „Mit Ernst, o Menschenkinder“ (oder auch „Von Gott will ich nicht lassen“) ist bekannt? – Es muss im 16. Jahrhundert wohl eine sehr beliebte Melodie gewesen sein, bekannt als „Une jeune pucelle“ oder „Une jeune fillette“. Hier eine der Variationen, von der aus die Melodie zu „Mit Ernst, o Menschenkinder/Von Gott will ich nicht lassen“ gestaltet wurde:

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s